Bischöfliche (anglikanische) Kirche in Jerusalem und dem Mittleren Osten

Zum Kirchengebiet der Bischöflichen Kirche in Jerusalem gehören Israel, Palästina (Westbank und Gazastreifen), Jordanien, Syrien und der Libanon. Obwohl die Kirche sehr klein ist, verfügt sie über viele Institutionen, wie Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten und Gästehäuser. In der Trägerschaft der Kirche befinden sich die Theodor–Schneller–Schule (TSS) in Jordanien (Amman) und die Arab Episcopal Church in Irbid, in der blinde Kinder gemeinsam mit sehenden Kindern unterrichtet werden. Beide Einrichtungen werden von der EMS als Projekte unterstützt. Außerdem gibt es enge Kontakte zum Holy Land Institute for the Deaf in Salt.

Die Kirche ist allein durch ihre geographische Lage massiv von allen politischen Entwicklungen im Nahen Osten betroffen. Die Bischöfliche Kirche von Jerusalem ist unter anderem aus dem Syrischen Waisenhaus hervorgegangen.

Christentum in Israel und Palästina

In Israel leben zirka 81 Prozent Juden, 15 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen, 1,7 Prozent Drusen und kleine andere Gruppen. Im Westjordanland und Gaza gibt es 98 Prozent Muslime und zirka zwei Prozent Christen.

Heute wandern viele arabische Christen aus. Umso mehr sind die Kirchen auf die Unterstützung und Partnerschaft anderer Kirchen angewiesen. Ein Schwerpunkt kirchlicher Arbeit ist der interreligiöse Dialog mit Muslimen und Juden.

Die Christen in Palästina leben im Westjordanland, in Ostjerusalem und Gaza. Die arabischen Christen sind wie ihre muslimischen Nachbarn Palästinenser, die sich meist der palästinensischen Nationalbewegung zugehörig fühlen. Die christlichen Palästinenser gehören fünf Konfessionsgruppen an: Griechisch–orthodox sind etwa eine Hälfte, die andere Hälfte setzt sich aus katholischen, griechisch–katholischen, altorientalisch-orthodoxen und protestantischen Christen zusammen.

Christentum in Jordanien

Die offizielle Religion Jordaniens ist der Islam. Aber christliche Minderheiten genießen religiöse Freiheiten und Rechte. Man kann von begrenzter Religionsfreiheit sprechen. Die offizielle Religionsstatistik weist bei einer Gesamtbevölkerung von zirka 4,3 Millionen Jordaniern 93 Prozent als sunnitische Muslime aus, daneben gibt es kleinere Gruppen anderer muslimischer Religionsgemeinschaften. Der Anteil der Christen liegt bei vier bis fünf Prozent der Bevölkerung.

Man rechnet offiziell mit rund 186.000 Christen und Christinnen der verschiedenen Konfessionen. Rund 70.000 von ihnen gehören zur Griechisch–Orthodoxen Kirche, 30.000 zur Römisch–Katholischen. Dazu kommen 20.000 Melkiten, das heißt orthodoxe Christen, die mit Rom uniert sind. Auch die Armenisch–Orthodoxe und die Syrisch–Orthodoxe Kirche sind im Land vertreten. Die kleinste Religionsgemeinschaft ist die evangelische, die wiederum in eine Vielzahl von Denominationen zerfällt. Neben den 2.000 Anglikanern, der größten Gruppierung, gibt es Lutheraner, Baptisten, Nazarener, Pfingstgemeinden und Mitglieder weiterer evangelischer Freikirchen. Die Kirchen haben die Freiheit der Verkündigung für ihre eigenen Mitglieder. Muslime dürfen nicht bekehrt werden. Der Minoritätenschutz ist gesetzlich verankert.