01.02.16 | Aktuelles, Projekt des Monats

Großmutter und Enkelkinder

Eine besondere Familienkonstellation in Südafrika

Nach dem Tod ihrer Kinder, nahm Eunice Metusi ihre Enkelkinder bei sich zu Hause auf. (Foto: EMS/Karasch-Böttcher)

Eunice Metusi ist 76 Jahre alt. Sechs ihrer sieben Kinder sind an den Folgen von AIDS gestorben, ihr einziger noch lebender Sohn arbeitet weit entfernt. Im Sommer 2015 starb ihre letzte Tochter, doch Eunice hatte nicht einmal mehr Geld für einen Sarg übrig. Auch der Strom in ihrem Haus ist schon lange abgeschaltet, da sie die Stromkosten nicht zahlen kann. Doch dank dem Masangane-Projekt der Evangelischen Brüder-Unität in Südafrika, blickt die alte Frau wieder hoffnungsvoll in die Zukunft.

Sechs ihrer elternlosen Enkelkinder hat die 76-Jährige nach dem Tod ihrer Kinder bei sich aufgenommen. Allerdings wusste sie nichts von ihrem Anspruch auf staatlichen Unterhalt für sich selbst und ihre Enkelkinder. Zudem hat Eunice Metusi keine Geburtsurkunde, die für die Beantragung des Unterhalts vonnöten ist. Erst als Mandisa Gxolo, eine Mitarbeiterin des Masangane-Projektes, in das Leben der alten Dame trat, verbesserte sich die Lebenssituation dieser besonderen Familie. Mandisa Gxolo half Eunice Metusi eine Person zu finden, die älter ist als sie und ihre Geburt bezeugen kann. Sobald dieser Nachweis erstellt ist, hilft sie der Frau bei der Beantragung des Unterhalts. "Bis Eunice diesen Nachweis hat und den Unterhalt für sich und die Enkel bekommt, unterstützen wir sie und die Kinder mit Nahrungsmitteln", erklärt die Projektmitarbeiterin das weitere Vorgehen. Diese Unterstützung ist besonders während der Ferienzeiten wichtig, wenn die Schulspeisung wegfällt, die für die älteren Kinder oft die einzige Mahlzeit am Tag ist. Eunice Metusi könnte sich selbst ohne die Kinder nicht versorgen: "Sie waschen, kochen, halten das Haus sauber, die Großen kümmern sich um die Kleineren - wir sind alle froh, dass wir uns haben!"

Durch die Hilfe des Masangane-Projekts ist für die Familie eine bessere Zukunft in Sichtweite. Das Projekt bietet umfassende Unterstützung für AIDS-Kranke und AIDS-Waisen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen den Familien beratend zur Seite. Sie leisten Seelsorge und Aufklärung und helfen bei bürokratischen Hindernissen.

Regina Karasch-Böttcher/Elisa Heiligers

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