02.05.16 | Aktuelles, Projekt des Monats

Luna ist Klassenbeste

Das Projekt des Monats Mai kommt aus dem Libanon

In der "Rainbow Kids Daycare" dürfen Kinder Kind sein. (Foto: EMS/NECB)

Robert Hamd ist für das Philemon-Projekt im Libanon verantwortlich. Die Begegnung mit der kleinen Luna und ihrem Vater Samir ist dem Pfarrer in besonderer Erinnerung geblieben - eine Geschichte voller Hoffnung und Zuversicht:

Ich kann mich noch lebhaft daran erinnern, als Samir vor zwei Jahren in mein Büro an der Philemon-Vorschule eintrat, um seine zweijährige Tochter Luna für das Projekt anzumelden. Samir war aus Syrien geflohen und wollte im Libanon ein neues Leben beginnen. Er wandte sich hilfesuchend an mich und sagte: "Ich bin ein armer Mann, ich kann nicht viel zahlen." Ich antwortete ihm, dass dies kein Problem sei. "Viele deutsche Kirchen helfen uns und dir." Sein nächster Satz erschütterte mich. "Außerdem ist es ein Mädchen und ich bin mir nicht sicher, ob ich möchte, dass sie eine Schule besucht." Ich musste mich zurückhalten, sprach ein leises Gebet, lächelte und antwortete: "Sie ist hier herzlich Willkommen."

In der Kindertagesstätte entwickelte sich Luna zu einem fröhlichen Mädchen. (Foto: EMS/NECB)

Die Vision des Philemon-Projekts ist es, einheimische Kinder aus armen Familien, Migranten- und Flüchtlingskinder mit dem bestmöglichen Vorschulprogramm zu unterstützen. Es basiert auf christlichen und sozialen Werten und soll Chancengleichheit schaffen und soziale und herkunftsbedingte Gräben schließen. Der Fokus liegt auf Kindern, die zwischen einem und vier Jahre alt sind. Darüber hinaus arbeiten wir auch mit den Eltern in einem Mentoren-Programm zusammen, um eine engere Eltern-Kind-Beziehung zu bewirken.

Zwei Jahre ist es her, dass ich Samir und seine Tochter Luna das erste Mal gesehen habe. Und in diesen zwei Jahren hat sich das Team des Philemon-Projekts fürsorglich um Luna und ihre Familie gekümmert. Heute spricht Luna drei Sprachen fließend (Englisch, Arabisch und Amharisch) und liebt es zu lesen. Wenn man sie trifft, lernt man ein selbstbewusstes kleines Mädchen mit einer aussichtsvollen Zukunft kennen.

Als ich Samir das letzte Mal in meinem Büro sah, strahlte er vor Stolz und erzählte mir: "Luna geht nun auf eine Privatschule!" Weiter sagte er, "Ich bin ein armer Mann und werde immer ein armer Mann bleiben. Aber meine Tochter hat eine Zukunft. Und wenn ich mein Blut verkaufen muss, um ihr Bildung zu ermöglichen, dann werde ich das tun."

Heute freut sich Luna über ihr erstes Jahr auf der Grundschule und die Eltern berichten uns, dass sie eine der Besten ihrer Klasse ist.

Robert Hamd/Elisa Heiligers

Termine

23.02.18 , Hospitalhof Stuttgart
Nordkorea: Der letzte weiße Fleck auf der Landkarte

Olympia im Schatten der Bombe? Bei Nordkorea denken die meisten Menschen sofort an Raketentests, Atomversuche, Armut und Menschenrechtsverletzungen.  mehr