03.10.16 | Aktuelles, Projekt des Monats

Wiederaufbau, Friedens- und Versöhnungsarbeit

Das Projekt des Monats Oktober kommt aus Nigeria
Eine Frau hängt in einem nigerianischen Binnenflüchtlingslager Wäsche auf. (Foto: A. Ebertshäuser/Mission21)

In Nigeria leben weiterhin viele Menschen in Binnenflüchtlingslagern. (Foto: A. Ebertshäuser/Mission21)

Seit 2011 wütet die islamistische Terrorgruppe Boko Haram im Norden Nigerias. Bisher kamen dabei mehr als 25.000 Menschen ums Leben; rund 2,2 Millionen wurden vertrieben. Etwa eine Million der Betroffenen gehören der Kirche der Geschwister in Nigeria (EYN) an, die eine Partnerkirche der Basler Mission - Deutscher Zweig (BMDZ) und Mission 21 in Basel ist. In den letzten Monaten ist es dem nigerianischen Militär gelungen, Boko Haram zurückzudrängen. Zunehmend kehren die Flüchtlinge in die gesicherten Gebiete zurück. Oft aber stehen sie dabei vor dem Nichts. Viele ihrer Häuser und Äcker sind verwüstet, die Ernte ist verloren. Zudem herrscht weiterhin Angst und Misstrauen.

In dieser Situation braucht es ein umfassendes Programm, das nachhaltig ein Leben und Überleben in Nordnigeria möglich macht. Mit ihrem Nothilfeprojekt hat sich die EYN der Verantwortung gestellt und sorgt mit breit angelegten Hilfsmaßnahmen für Grundnahrungsmittel, Unterkunft, Kleidung und Medikamente. Für Menschen, die mittelfristig nicht in ihre Heimat zurückkehren können, baut die Kirche feste Wohneinheiten in Form von Umsiedlungscamps. Zudem erhalten die Familien als Starthilfe dringend benötigte Haushaltsgegenstände. Gleichzeitig bekommen die Menschen, die in ihre verwüstete Heimat zurückkehren, Materialien für den Wiederaufbau ihrer Häuser, Geräte für den Ackerbau, Saatgut und Düngemittel. Mitarbeitende der EYN lassen sich von Fachleuten schulen, um die traumatisierten Menschen angemessen zu betreuen.

Suzan Mark Zira, Leiterin der EYN Frauenarbeit, wurde im Herbst 2014 durch Boko Haram aus ihrem Heimatdorf Michika vertrieben. "Die Krieger kamen am Sonntagmorgen. Wir waren im Gottesdienst und mussten sofort fliehen. Wir konnten nicht einmal vorher nach Hause gehen, um Kleider oder Proviant zu holen", erzählt Suzan Mark Zira. Inzwischen wohnt sie in Jos und leitet dort im Auftrag der EYN Trauma Heilungsgruppen. Sie schreibt dazu folgendes: "Obwohl ich ein Opfer bin, sehe ich mich selbst nicht so. Durch das Vergeben übernehme ich die Kontrolle über mein Leben. Den Menschen von Boko Haram zu vergeben bedeutet nicht, dass ihr Unrecht aufgehoben wird. Aber es macht mich frei."

Riley Edwards-Raudonat

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