05.09.17 | Aktuelles

100 E-Mails für ein Visum

Birgit Grobe-Slopianka, Leiterin des Ökumenischen FreiwilligenProgramms (ÖFP) berichtet über den langen Weg hin zu einem Süd-Süd-Austausch
Shaun Engel mit seinen Verwandten am Flughafen

Süd-Süd-Freiwilliger, Shaun Engel, (zweiter von links), wird von seinen Cousinen und Cousins am Flughafen verabschiedet. (Foto: Engel)

"Ich habe mein Visum für Südafrika bekommen!" Anfang August erhielt ich diese erfreuliche Nachricht von Novella per WhatsApp. Und auch Shaun vermeldete nach einigem Hin und Her: "Hi Birgit, Ich habe heute mein Visum für Indonesien bekommen, danke dir!"

Novella Ransun aus der Christliche Kirche von Südsulawesi in Indonesien und Shaun Engel aus der Evangelischen Brüder-Unität in Südafrika sind in diesem Jahr die beiden Süd-Süd-Freiwilligen des ÖFP. Dass der eine in das Heimatland der anderen geht und umgekehrt, ist ein Zufall.

Der Süd-Süd-Austausch des ÖFP ist ein eher kleines Programm. Bislang war es nicht einfach, dafür zu werben. Aber durch die inzwischen häufiger stattfindenden internationalen Jugendworkshops und die Intensivierung der Jugendnetzwerksarbeit in Regionalgruppen vor Ort zieht die Information über einen möglichen Süd-Süd-Austausch immer weitere Kreise und diese Austauschrichtung erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Novella Ransun aus Indonesien
Novella Ransun auf dem Weg nach Südafrika. (Foto: Ransun)

"Ich lebe meinen Traum", steht in einer von Novellas 100 E-Mails, die sie mir im Laufe der Vorbereitung auf ihren Freiwilligendienst im Elim Home schreibt. So bleibt zu hoffen, dass auch die Botschaften der Länder, in die die Freiwilligen gehen möchten, helfen, diese Träume zu verwirklichen. Offiziell sind die Visabestimmungen für alle gleich - indonesische oder südafrikanische Freiwillige müssen die gleichen Formulare ausfüllen, wie die deutschen Freiwilligen im Nord-Süd-Programm. Doch dann werden die Süd-Süd-Freiwilligen zu Interviews in die Botschaften eingeladen und müssen bestens über die EMS-Gemeinschaft, das Freiwilligenprogramm oder die Aufgaben in der Einsatzstelle informiert sein. Und sie müssen - am besten durch den Nachweis einer Arbeitsstelle im Heimatland - glaubhaft machen können, dass sie nach sechs Monaten in ihre Heimat zurückkehren. Sie darauf gut vorzubereiten, ist meine Aufgabe. So summieren sich die 100 E-Mails pro Freiwilliger und noch ebenso viele WhatsApp- und Facebook-Nachrichten und Telefonate. Wenn dann das Abschiedsfoto vom Flughafen im Display aufblinkt, ist das der schönste Lohn!

Birgit Grobe-Slopianka

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