23.08.17 | Aktuelles

Letzte Chance für den Frieden

Im neuen Nachrichtenblatt der Basler Mission - Deutscher Zweig geht es um die Versöhnung der Menschen im Südsudan

Der Südsudan erlangte im Juli 2011 die Unabhängigkeit vom Sudan und wurde somit zum jüngsten Staat der Welt. Aber die Hoffnung ist der Ernüchterung gewichen. Nach mehr als drei Jahren Bürgerkrieg steht das Land in vielem auf der Kippe. Hoffnungsträger sind die Kirchen des Landes, die zu einem "Aktionsplan für den Frieden" aufrufen. Im Mai 2017 erläuterte ihn Peter Gai Lual Marrow, Präsident des südsudanesischen Kirchenbundes (SSCC) und Bischof der Presbyterianischen Kirche des Südsudans (PCOSS) bei Mission 21 in Basel. Afrika-Verbindungsreferent Riley Edwards-Raudonat beantwortete er verschiedene Fragen:

Warum denken Sie, dass die Kirchen im Südsudan Erfolg haben könnten, wo die Politik versagt hat, bei der Wahrung des Friedens in Südsudan?

Gai: Wenn nicht die Kirchen, wer sonst? Je länger der Bürgerkrieg anhält, desto weniger glaubwürdig sind die Politiker unseres Landes. In der Bevölkerung macht man sie für den Konflikt verantwortlich. Um die eigene Macht zu sichern, hätten sie ethnische Rivalitäten zu eigenen Zwecken instrumentalisiert. Das Ergebnis: grauenvolle Menschenrechtsverletzungen. Hingegen sind die Kirchen und ihre Amtsträger nach wie vor respektiert. Darum können sie im Friedensprozess eine Schlüsselrolle spielen. Nachdem unsere Politiker ihr Ansehen im Volk verspielt haben, ist es sogar erforderlich, dass die Kirchen dies tun.

Wie sieht die Schlüsselrolle der Kirchen aus? Welche Gestalt nimmt sie an?

Gai: In den letzten Monaten haben Vertreter des SSCC - allen Kriegswirren zum Trotz - unser Land bereist und mit den Menschen vor Ort gesprochen. Unser Bestreben war, neutrale Foren einzurichten, bei denen die Menschen zusammenkommen und miteinander sprechen. Sie erzählen, was sie erlebt haben, und wie es ihrer Meinung nach im Südsudan weitergehen soll. Wir können das tun, weil wir im Land als unparteilich gelten. Zudem agieren wir als Kirchen grundsätzlich ohne Gewalt. Das ist für Menschen, die entsetzliche Gewalt erlebt und erlitten haben, sehr wichtig.

Im Interview geht Bischof Gai weiter auf die Foren ein, wie Informationen, die die Kirche in den Foren gewinnt für den Friedensprozess fruchtbar gemacht werden. Zudem bezieht er Stellung zum Teufelskreis der Gewalt, den die Kirche durchbrechen will. Sie möchte nicht mehr länger zuschauen, wenn traumatisierte Menschen andere verletzen. Außerdem erläutert er den Aktionsplan für Frieden des Südsudanesischen Kirchenbundes Südsudan. Er soll zur Versöhnung beitragen und den etwa 3,7 Millionen vom Konflikt betroffenen Menschen helfen, eine neue Existenz aufzubauen.

Mehr dazu lesen Sie in der neusten Ausgabe des Basler Nachrichtenblatts.

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