05.12.16 | Aktuelles, Projekt des Monats

Eine Zukunft für Mädchen

Das Projekt des Monats Dezember kommt aus Indien
Mädchen protestieren in Indien.

Bei der Eröffnung der neuen "Girl Child Dekade" in Chennai demonstrieren Mädchen für Gleichberechtigung. (Foto: EMS/Royce Victor)

"Auch Mädchen sind nach dem Bilde Gottes geschaffen!" "Ob Junge oder Mädchen - bei Gott gibt es keine Diskriminierung!" Sätze wie diese standen auf Plakaten, die Mädchen bei der Auftaktveranstaltung einer neuen "Girl Child Dekade" der Kirche von Südindien (CSI) in Chennai hochhielten. "Sichert meine Zukunft" lautet das Thema dieser Kampagne, das die Rechte von Mädchen stärken soll.

Denn im Vergleich zu Jungen werden Mädchen in Indien auch heute noch stark benachteiligt. Sie werden von ihren Eltern den Brüdern gegenüber benachteiligt, als Last betrachtet und schnell verheiratet. Befindet sich eine Familie in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation, sind es zuerst die Mädchen, die nicht mehr zur Schule gehen dürfen. Sie müssen dann im Haushalt helfen und auf den Feldern oder in der Teppichindustrie arbeiten. Sind sie krank, wird seltener ein Arzt geholt.

Es ist ein langfristiges Ziel der CSI, die Situation der Mädchen in Indien zu verbessern. Jährlich gibt die Kirche vielen tausenden von Mädchen in ihren 24 Diözesen die Möglichkeit, zur Schule zu gehen und einen Beruf zu erlernen, so dass sie sich später selbst ernähren und ihren Teil zum Familienunterhalt beitragen können.

Dass Mädchen und Jungen gleiche Lebens- und Bildungschancen erhalten, dafür setzt man sich auch in den Kinderheimen der CSI ein. In Chombala und Kannur (Bethania), in Mulki und Sumaddi erfahren Mädchen, die meist aus schwierigsten Familienverhältnissen stammen, Liebe und Zuwendung. Sie werden mit allem Notwendigen versorgt und besuchen die Schule. Sie leben hier in einer christlichen Gemeinschaft und haben die Chance auf einen Schulabschluss und den Erwerb beruflicher Qualifikationen.

In fünf Diözesen nehmen jeweils 40 bis 50 Mädchen und junge Frauen an den Ausbildungsprogrammen der CSI teil. Das Angebot umfasst den Erwerb folgender Fähigkeiten: Tuchmalerei, EDV-Kenntnisse, Krankenpflege, Schneiderei und Modedesign.

Auf Grund der Nachfrage und des Bedarfs wird das Girl Child Programm ausgeweitet und auch in anderen Diözesen durchgeführt. Insgesamt erhalten in Zukunft jährlich 220 Mädchen über die EMS-Förderung eine Ausbildung.

Angelika Jung

Termine

13.10.18 , Tagungsstätte, Vogelsangstr. 66a, 70197 Stuttgart
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