06.12.18 | Aktuelles, Pressemeldungen

Vollversammlung der Evangelischen Mission in Solidarität eröffnet

„Die EMS ist keine deutsche Organisation mehr, sondern eine internationale!“

Marianne Wagner, Präsidentin der Evangelischen Mission in Solidarität eröffnet die Vollversammlung. (Foto: EMS/Lohnes)

Zwei Jahre nach ihrem letzten Treffen im südafrikanischen Stellenbosch versammelten sich die 51 Delegierten der EMS-Vollversammlung am gestrigen Mittwoch in Neustadt an der Weinstraße. Nachdem vor sechs Jahren die Neukonstituierung des "Evangelischen Missionswerkes in Südwestdeutschland" als "Evangelische Mission in Solidarität" beschlossen wurde, stehen jetzt turnusmäßig die Neuwahlen des dreiköpfigen Präsidiums, des Missionsrates, des Finanz- und des Nominierungsausschusses der EMS an.

"Die EMS ist keine deutsche Organisation mehr, sondern eine internationale!", betonte die scheidende Präsidiumsvorsitzende der EMS, Marianne Wagner, Oberkirchenrätin der Evangelischen Kirche der Pfalz, in ihrem Bericht. "Die EMS-Synode, das frühere Entscheidungsgremium der EMS, war niemals so bunt und vielfältig wie wir hier und jetzt, sondern eine deutsch-schweizerische Veranstaltung!", sagte Wagner. "Die Vertreterinnen und Vertreter der internationalen Kirchen saßen als Zuhörer auf der Empore und hatten kein Stimmrecht."

Das ist heute anders. Seit 2012 sind alle Delegierten aus den 23 Kirchen und fünf Missionsgesellschaften Afrikas, Asiens, aus dem Nahen Osten und Europa juristisch gleichberechtigt und haben das aktive und passive Wahlrecht. Der 17köpfige Missionsrat tritt halbjährlich zusammen und stellt sicher, dass die Grundsatzbeschlüsse der alle zwei Jahre tagenden Vollversammlung umgesetzt werden.

In diesem Jahr endet die ersten sechsjährige Wahlperiode - laut Wagner der geeignete Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen und möglicherweise eine Neuausrichtung zu beschließen. Als wichtigste Aufgaben der Zukunft nannte sie eine bessere Kommunikation zwischen den Gremien und der Geschäftsstelle in Stuttgart und die nachhaltige Sicherung der finanziellen Ausstattung.

In ihrer Predigt im Eröffnungsgottesdienst ging Wagner ebenfalls auf die Vielfalt und die unterschiedlichen Kulturen in der EMS-Gemeinschaft ein. "Manchmal sehen wir uns als Konkurrenten an. Aber Jesus Christus hat seine Nachfolger aufgerufen, 'dass sie alle eins seien, auf dass die Welt glaube' (Johannes 17,21)." Wagner fuhr fort: "Wenn wir einander mit den Augen der Liebe ansehen, können wir mit theologischen Unterschieden besser umgehen. Konflikte können wir lösen, indem wir miteinander beten und einander akzeptieren. Ein respektvoller Umgang mit Vielfalt, gerade in Konflikten, ist ein wichtiger christlicher Beitrag zum Frieden in unseren Gesellschaften."

"Gott möchte, dass wir anders sind. Wenn man sich durch die Augen Jesu betrachtet, können sich die Dinge ändern. Der Weg aus Konflikten besteht darin, zusammen zu sitzen und gemeinsam zu beten, zu lernen, einander zu akzeptieren und unsere Vielfalt mit Respekt zu behandeln."

Die Vollversammlung der EMS-Gemeinschaft tagt noch bis zum 8. Dezember im pfälzischen Neustadt an der Weinstraße. Die Stellvertreter Marianne Wagners im Präsidium sind Dr. Habib Badr, Leitender Pfarrer der Nationalen Evangelischen Kirche von Beirut, Libanon, und Kirchenrat Klaus Rieth, Leiter des Referats Mission, Ökumene und Entwicklungszusammenarbeit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Bis zum Ende der Vollversammlung werden alle international besetzten Gremien neu gewählt. Von den 17 Mitgliedern des Missionsrats kommen acht aus Kirchen in Afrika, Asien und dem Nahen Osten, sechs aus Kirchen in Deutschland und drei aus Missionsgesellschaften.

Der bisherige Generalsekretär Jürgen Reichel hatte bei der letzten Missionsratssitzung im Juni des Jahres seinen Verzicht auf eine mögliche Wiederwahl bekannt gegeben. Die Vollversammlung dankte Pfarrer Reichel für seinen Dienst als Generalsekretär und für sein engagiertes Wirken für die Internationalisierung der EMS. Kommissarische Generalsekretärin ist seit Juli 2018 Dr. Kerstin Neumann von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Pressekontakt:
Regina Karasch-Böttcher, karasch@dont-want-spam.ems-online.org, Tel. +49 711 636 78 -85

Auskunft:
Dr. Kerstin Neumann, neumann@dont-want-spam.ems-online.org, Tel. +49 711 636 78 -33

Termine

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