11.10.18 | Aktuelles

Update: EMS-Verbindungsreferent berichtet aus Palu

Hans Heinrich, Verbindungsreferent Indonesien, zu Gast bei einer Familie in Palu (Foto: EMS/Hariawang)

Die ersten Bilder und Berichte des EMS-Verbindungsreferenten Hans Heinrich aus der vom Tsunami am schwersten getroffenen Stadt Palu erreichten uns heute Morgen. Mit einem der ersten Verkehrsflugzeuge konnte er am Abend zuvor in die Unglücksregion reisen. Ein Blick aus dem Fenster der Maschine ließ das wirkliche Ausmaß der Verwüstung bereits erahnen. „Einige Stadtteile Palus gleichen einem Kriegsschauplatz,“ berichtet der Indonesienreferent. „Andere Ortsteile Palus sind glücklicherweise noch bewohnbar und wurden von den Wasser- und Geröllmassen verschont,“ so Heinrich weiter. Etwa ein Drittel der Bevölkerung Palus hat die Region inzwischen verlassen. Sie wurden als Verletzte evakuiert oder sind in benachbarte Regionen und Städte, wie Makassar, Manado, Kendari oder Rantepao, geflüchtet.

Der Weg zum Nachtlager führt ihn vorbei an zerstörten Häusern, eingestürzten Brücken und an mit Trümmern bedeckten Stränden. Immer wieder müssen riesige Risse in den Straßen umfahren werden. „Die Familie, die uns aufgenommen hat, schläft auf der Straße. Wir entscheiden uns im Haus zu schlafen. Die Türen bleiben geöffnet. Die Furcht vor einem weiteren Beben ist aber immer noch allgegenwärtig,“ so der erfahrene Indonesienexperte.

Stromversorgung und Internetverbindung brechen immer wieder zusammen. Die ersten Bilder erreichen uns nur tröpfchenweise. Mehrere Versuche sind nötig die wenigen Daten zu übertragen. „Dass die Stromversorgung zeitweise überhaupt wieder funktioniert, ist ein gutes Zeichen. Nachdem Wasser und Nahrungsmittel in den bereits zugänglichen Teilen der Stadt wieder einigermaßen zur Verfügung stehen, ist die Rückkehr der Stromversorgung ein weiterer Schritt in Richtung Normalität,“ erklärt Hans Heinrich. Wieder mit dem Nötigsten versorgt, beginnen die Menschen Palus langsam mit den Aufräumarbeiten. Von staatlicher Seite werden mittlerweile erste Reparaturarbeiten an der zerstörten Infrastruktur durchgeführt. Das Militär und die technische Hilfe konzentrieren sich nun immer deutlicher auf die am stärksten getroffenen Gebiete.

Auf dem Weg durch die Stadt fallen dem EMS-Mitarbeiter an den noch intakten Häusern immer wieder schnell zusammengebastelte Pappschilder auf. „Hier gibt es Flüchtlinge“ steht dort auf Indonesisch. Viele Bewohner und Bewohnerinnen Palus haben während der Katastrophe alles verloren und dort Unterschlupf gefunden. Auf der Suche nach ihren Angehörigen ziehen die Menschen von Haus zu Haus, in der Hoffnung, ihre Liebsten wieder in die Arme schließen zu können. „Die Solidarität untereinander und die Gastfreundschaft uns gegenüber ist beeindruckend. Alle helfen sich gegenseitig, so gut es geht“, berichtet Hans Heinrich weiter. 

Die Zahl der Toten ist mittlerweile auf 2100 gestiegen. Mehr als 5000 Menschen werden noch vermisst. Knapp zwei Wochen nach dem Erdbeben und dem Tsunami soll die Suche nach den Überlebenden beendet werden. Der Rettungseinsatz in Palu werde heute Nachmittag eingestellt, sagte der örtliche Einsatzleiter, Bambang Suryo.

Die EMS-Gemeinschaft engagiert sich in der Nothilfe für die vom Erdbeben und Tsunami betroffenen Menschen. Die meisten von ihnen haben nur das mitnehmen können, was sie am Leibe tragen. Damit wir schnelle Hilfe leisten können, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Die Menschen von Sulawesi brauchen unsere finanzielle Unterstützung und unser Gebet für ihre engagierte Hilfe. Spenden Sie, damit wir die betroffenen Personen unterstützen können.

Spendenkonto:
Evangelische Mission in Solidarität e.V.
Evangelische Bank
IBAN: DE85520604100000000124
Verwendungszweck „Nothilfe Sulawesi“

  • Blick in Richtung des vollständig zerstörten Bildungszentrums der Protestantisch-Indonesischen Kirche Donggala (GPID) in Jono´oge (Foto: EMS/Hariawang)
  • Hans Heinrich, Verbindungsreferent Indonesien, zu Gast bei einer Familie in Palu (Foto: EMS/Hariawang)
  • Posko Koordinationsposten für Hilfsgüter des Indonesischen Kirchenrats (CCI)
  • Zerstörte Infrastruktur in Palu (Foto: EMS/Hariawang)

Termine

23.02.19 , ejw Stuttgart
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