29.11.18 | Aktuelles

Weihnachten unter blauen Plastikplanen

Es wird nicht kalt werden in Sulawesi um Weihnachten, aber die Regenzeit steht bevor in einer Region, in der Dächer selten geworden sind.

Foto: EMS/Heinrich

„Schlimmer noch als Erdbeben und Tsunami waren die Bodenverflüssigung und die damit verbundenen Schlamm-Massen, die alles niederwalzten, Straßen in Puzzleteile zerlegten, Menschen und Gebäude in Sekundenschnelle verschluckten,“ so fasst Hans Heinrich, der Indonesienreferent der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS), die Aussagen von Überlebenden der Katastrophe zusammen. Er war einer der wenigen Ausländer, die im Zusammenhang mit den Hilfsmaßnahmen in das Krisengebiet einreisen durften.

Die Hafenstadt Palu sowie die Region Donggala und damit die Protestantisch-Indonesische Kirche in Donggala (GPID), eine der neun indonesischen Mitgliedskirchen der EMS, wurden massiv betroffen. Von den 80 Kirchengebäuden sind 50 zerstört, ebenso die Pfarrhäuser.

Foto: EMS/Tombi

Ungewisse Advents- und Weihnachtszeit

Anfang November beginnen in den Gemeinden eigentlich die Vorbereitungen für das Weihnachtsfest. Eine Zeit, in der Chöre proben, die Chorkleidung neu gewählt wird, Hausgottesdienste auf das Fest einstimmen. Noch weiß niemand, wie alles sein wird: ein Weihnachten unter Planen, ohne festliche Kleidung, ohne geschmückte Kirchen.

„Ihren Glauben haben die Menschen nicht verloren, wenngleich das Geschehene viele Gemeindemitglieder in tiefe Verzweiflung gebracht hat,“ sagt Kirchenpräsident Pfarrer Alexander Rondonuwu. Er fügt hinzu: „Wir sind unermüdlich unterwegs, besuchen unsere Gemeindemitglieder, reden, beten, feiern Gottesdienste unter blauen Plastikplanen, wir trösten, bringen Nahrungsmittel mit, ja, wir bringen ein wenig Hoffnung in eine trostlos erscheinende Situation.“

Es wird nicht kalt werden in Sulawesi um Weihnachten, aber die Regenzeit steht bevor in einer Region, in der die Dächer selten geworden sind. Der Bau von Unterkünften, und seien sie noch so einfach, ist jetzt dringend notwendig. Für die Aufbaumaßnahmen werden größere Mengen Wellblech, Holz und Zement benötigt. Viel muss angepackt und vorausgeplant werden für die Zeit, wenn die großflächige Katastrophenhilfe durch den Staat eingestellt wird. Um die Zeit bis zur nächsten Ernte zu überbrücken, werden achtzig Tonnen Reis, Öl und andere notwendige Lebensmittel benötigt, um so die Versorgung für das nächste Halbjahr einigermaßen zu sichern.

Unterstützen Sie den Wiederaufbau

Wir bedanken uns herzlich für alle schon geleistete Unterstützung für die allgemeine Nothilfe, die ermöglicht hat, den Opfern der Naturkatastrophe Anlaufstellen, medizinische Hilfe und Verpflegung zur Verfügung zu stellen. Unsere direkte Verbindung zu den Kirchen vor Ort garantiert jederzeit den sinnvollen Einsatz Ihrer Spende.

Der nun beginnende Wiederaufbau wird auf seine Weise noch einmal alle Kräfte und Mittel fordern. Die EMS-Gemeinschaft in Deutschland und weltweit wird die Menschen in Indonesien auf diesem Weg solidarisch begleiten.

Die Menschen, die Gemeinden, die Kirchen brauchen Ihre Unterstützung, sie brauchen Ihre Begleitung im Gebet und Ihre Hilfe.

Spendenkonto:
Evangelische Mission in Solidarität e.V.
Evangelische Bank
IBAN: DE85520604100000000124
Verwendungszweck „Wiederaufbau Sulawesi“

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