09.05.16 | Aktuelles, Drei Fragen an

Drei Fragen an...

Dr. Ellen Ueberschär, Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages
Dr. Ellen Ueberschär

2017 steht der nächste Kirchentag in Berlin bevor - diesmal gepaart mit dem Reformationsjubiläum. Dies nimmt das Team um Dr. Ellen Ueberschär zum Anlass, den Kirchentag weiter zu internationalisieren. Für die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags, die seit 2006 im Amt ist, ergänzen sich der Kirchentag und die Missionswerke sehr gut.

Der Kirchentag soll internationaler werden, warum?

Von Anfang an war der Kirchentag auf die weltweite Ökumene ausgerichtet. Es gibt bis heute auffällige Ähnlichkeiten zwischen den Vollversammlungen des Ökumenischen Rates und Kirchentagen.

Es fällt dem Kirchentag also nicht plötzlich ein, internationaler zu werden, sondern die Idee entstand aus dem Wunsch, mit möglichst Vielen das Reformationsjubiläum zu feiern. Und das nicht, um uns selbst zu bespiegeln, sondern um uns der gemeinsamen Wurzeln im Glauben an Jesus Christus zu erinnern, die unseren Flügeln Kraft geben. Zu einem "normalen" Kirchentag kommen etwa 5000 Menschen nichtdeutscher Herkunft aus 90 Ländern.

Was ist konkret geplant?

Erstmals ist ein "Centre for Reformation and Transformation" geplant - ein Zentrum, in dem nicht wir Deutschen, sondern die Menschen aus der Ökumene die Themen bestimmen. Das ist eine Einladung an alle Partnerkirchen, thematische, kulturelle oder spirituelle Beiträge in den Kirchentag einzubringen. Auch das Zentrum Mittel- und Osteuropa wollen wir erneut aufleben lassen. Und in bewährter Weise wird das Internationale Zentrum wieder jede mögliche und manchmal auch unmöglich erscheinende Unterstützung für ausländische Teilnehmende geben. Sie sollen ohne Hindernisse fröhlich am Kirchentag und am Festgottesdienst in Wittenberg teilnehmen können. Fast überflüssig zu sagen, dass auch im gesellschaftspolitischen Programm eine ganze Reihe international renommierter Referenten und Referentinnen zu erleben sein wird.

Welche Rolle spielen hierbei Missionswerke und Gemeinschaften wie die EMS?

In den letzten Jahren hat der Kirchentag die Beziehungen zu den Missionswerken intensiviert. Die unschätzbare Kenntnis der Mitarbeitenden in den Werken ist für uns Kirchentagsleute eine der wichtigsten Quellen, wenn es um Einladungen, um Kontakte und um Einschätzungen zur Situation in den Ländern geht. Beim Kirchentag denken wir, dass sich unsere Arbeit und die der Missionswerke bestens ergänzt: Die Missionswerke haben die Kompetenz für die Partnerkirchen und der Kirchentag bietet eine wunderbare Plattform, die aktuelle Arbeit der Werke im Inland bekanntzumachen. Zum Beispiel, wenn junge Leute auf der Suche nach einem Freiwilligendienst im Ausland sind oder wenn Partnerkirchen hier in Deutschland Kontakte und geschwisterliche Beratung über theologische Themen suchen - der Kirchentag ist die Gelegenheit, Begegnung und Gemeinschaft zu ermöglichen. So profitieren beide!

Das Interview führte Corinna Waltz.

Termine

23.02.18 , Hospitalhof Stuttgart
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