10.03.15 | Pressemeldungen, Aktuelles

Hilfe für Opfer der Dreifachkatastrophe von Fukushima noch lange nötig

EMS und ihre Mitglieder unterstützen KYODAN weiterhin

Neben den Wohnhäusern in Fukushima liegt die verstrahlte Erde auf dem Boden. (Foto: EMS/ Masami Kato)

"Wir haben am Fluss gespielt, ohne uns Gedanken um Radioaktivität machen zu müssen. Es war wunderbar für die Kinder, die zuhause in Fukushima nicht draußen spielen dürfen", sagt eine Mutter, die mit ihren Kindern an einem der Sommercamps des CVJM Japan in nicht verstrahlten Regionen des Landes teilnahm. In einem anderen, dem "Second House Program", werden Familien aus Fukushima Wohnungen zur Verfügung gestellt, damit sie sich dort zwei Wochen lang in unbelasteter Umgebung erholen und draußen spielen, bewegen und essen können. Diese und weitere Projekte werden finanziell unterstützt u.a. von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS).

Masami Kato, die Leiterin der Abteilung für Katastrophenhilfe im CVJM, beschreibt die Dringlichkeit solcher Maßnahmen: "Weite Gebiete der Region Fukushima sind auf Dauer verstrahlt. Die Bevölkerung weiß nur wenig darüber, weil die Regierung sagt, dass es - bis auf den innersten Kreis um die zerstörten Atom-reaktoren - mittlerweile sicher sei, in die Orte zurückzukehren. Im Zuge der Dekontaminierung wird die oberste Bodenschicht abgetragen und in großen Plastiktüten gesammelt. Hinter vielen Wohnhäusern und auf öffentlichen Parkplätzen stapeln sich diese Tüten notdürftig abgedeckt mit Plastikplanen, weil es keine sicheren endgültigen Sammelstellen dafür gibt." Dank der Unterstützung durch die Mitgliedskirchen der EMS konnte die Vereinigte Kirche Christi in Japan (KYODAN) Geigerzähler anschaffen, mit denen unabhängige Messungen durchgeführt werden.

Die Dreifach-Katastrophe am 11. März 2011 mit Erdbeben, Tsunami und Reaktorschmelze hat mit der Region Fukushima eine Gegend getroffen, die schon immer zu den ärmeren Regionen Japans gehörte. "Viele Menschen können sich schlichtweg nicht leisten, von hier wegzuziehen!", sagt Masami Kato. Mehr als 230.000 Betroffene leben noch immer in Notunterkünften. Mitarbeitende von KYODAN und CVJM gehen davon aus, dass ihre Unterstützung noch lange nötig ist. Unter dem Motto "Com 7300" (20 mal 365 = 7300) hat sich der CVJM dazu verpflichtet, den Opfern der Dreifachkatastrophe für die nächsten 20 Jahre beizustehen: "Vier Jahre sind im menschlichen Gedächtnis eine lange Zeit, für den Abbau von Radioaktivität aber eine völlig unerhebliche Zeitspanne. Wenn wir den Menschen schon nicht helfen können weg zu ziehen, dann wollen wir sie doch wenigstens darin unterstützen, sich selbst und ihre Kinder so unbelastet wie irgend möglich zu versorgen."

Pressekontakt: Regina Karasch-Böttcher, karasch@ems-online.org, Tel. +49 711 636 78 85

Auskunft: Lutz Drescher, Drescher@ems-online.org, Tel. +49 711 636 78 30

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