11.07.16 | Aktuelles, Drei Fragen an

Drei Fragen an...

Lesinda Cunningham, Leiterin des Elim Home in Südafrika
Godfrey und Lesinda Cunningham

Im April waren Godfrey und Lesinda Cunningham zu Besuch in Deutschland. (Foto: EMS/Heiligers)

Lesinda Cunningham ist Krankenschwester und Leiterin des Elim Home - ein Heim, das Kindern mit Behinderung seit 1963 einen Platz zum Leben bietet. Das Elim Home sorgt dafür, dass diese besonderen Kinder die Pflege bekommen, die sie so dringend benötigen. 2013 eröffneten Lesinda und ihr Team zwei weitere Betreuungsgruppen, um noch mehr Kindern mit Behinderung einen Platz zu bieten, wo sie sich entwickeln können.

Warum haben Sie zwei weitere Betreuungsgruppen des Elim Home eröffnet?

In Südafrika gibt es einen großen Bedarf an Einrichtungen wie der unseren. Ohne diese Einrichtungen würden Kinder mit Behinderung den ganzen Tag zu Hause bleiben. Befinden sich diese Kinder in einer Betreuungseinrichtung, ist ihr Fortschritt viel größer, als wenn sie ausschließlich zu Hause erzogen werden. Da die Familien der Kinder nicht in der Nähe des Elim Home leben, war es weniger aufwändig und billiger zwei Gruppen außerhalb von Elim Home zu gründen, anstatt die Kinder jeden Tag hierher und zurück zu fahren. Dadurch bleiben die Eltern im Projekt involviert und ein Gemeinschaftsbewusstsein wird aufgebaut. Mehr als 30 Kinder besuchen unsere zwei ausgelagerten Einrichtungen, die etwa 40 Kilometer von Elim Home entfernt sind.

Hatten Sie mit Schwierigkeiten zu kämpfen, als Sie die diese Betreuungsgruppen eröffnen wollten?

Ja, es hat uns viel Kraft und Ausdauer gekostet, diese zwei Tagesstätten aufzubauen. Die Regierung betreibt wenige Pflegeinrichtungen für Kinder mit Behinderung. Deshalb müssen Nichtregierungsorganisationen einen Großteil der Verantwortung übernehmen. Die südafrikanische Regierung hat strenge Richtlinien für Betreuungsgruppen von Organisationen festgelegt. Du musst vorweisen, dass du die Kompetenz und den Sachverstand hast, um eine solche Einrichtung zu leiten, und die Mitarbeitenden müssen medizinisches Wissen vorweisen können. Glücklicherweise hatten wir schon viel Erfahrung in der Arbeit mit Kindern mit Behinderung. Deshalb haben wir die Erlaubnis bekommen, die Tagesstätten zu eröffnen. Wir stellen auch Mütter von Kindern, die von uns betreut werden, ein. Durch den hohen Betreuungsaufwand hätten diese Mütter ansonsten kaum eine Möglichkeit, zu arbeiten.

Wie sind die Einrichtungen aufgebaut?

Kinder zwischen vier und 18 Jahren besuchen unsere Einrichtungen. In den Tagesstätten verbringen sie zwischen vier bis fünf Stunden täglich. Die Kinder bekommen Physio- und Ergotherapie und lernen innerhalb ihrer Möglichkeiten, wie sie Dinge unabhängig erledigen können. Man kann sehr gut sehen, wie sich die Kinder aufgrund der Therapie innerhalb kurzer Zeit entwickeln. Manch ein Kind fängt zum Beispiel an selbstständig zu laufen, das macht uns immer sehr glücklich. Jeder Schritt nach vorne und jedes Lächeln machen unsere Bemühungen mehr als lohnenswert.

Das Interview führte Elisa Heiligers.

Termine

13.10.18 , Tagungsstätte, Vogelsangstr. 66a, 70197 Stuttgart
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