12.09.16 | Aktuelles, Drei Fragen an

Drei Fragen an...

Pepy, die von Februar bis August als Süd-Nord-Freiwillige des ÖFP in Deutschland gelebt hat
Frau Mix (links) und die indonesische Freiwillige Pepy. (Foto: EMS/Hilton-Ganter)

Frau Mix hat die Einladung einer Süd-Nord-Freiwilligen über das ÖFP der EMS initiiert und begleitete Pepy als Mentorin während ihres Einsatzes. (Foto: EMS/Hilton-Ganter)

Fenchy Kupang, kurz Pepy, hat zunächst am Süd-Süd- und dann am Süd-Nord-Austausch des Ökumenischen FreiwilligenProgramms (ÖFP) der EMS teilgenommen. Im Interview erzählt sie über die Erfahrungen, die sie während ihrer Freiwilligendienste gemacht hat.

Pepy, dein Weg nach Deutschland verlief über Umwege. Was hat dich bewogen, am ÖFP teilzunehmen und wie kam es dazu, dass du zuerst einen Süd-Süd-Austausch gemacht hast?

Ich wollte etwas Neues ausprobieren, weit weg von meiner Heimat. Ich habe eine deutsche ÖFP-Freiwillige an meiner Schule kennen gelernt. Sie sagte mir, dass es das Programm in drei Austauschrichtungen gibt. Es klang interessant, also bewarb ich mich für den Freiwilligendienst in Deutschland. Da der Süd-Nord-Austausch zu diesem Zeitpunkt schon begonnen hatte, bewarb ich mich auf den Süd-Süd-Austausch. Zunächst war Japan im Gespräch, aber an der anvisierten Einsatzstelle gab es schon indonesische Fortbildungsteilnehmende und die Einsatzstelle wollte nicht noch eine Freiwillige aus dem gleichen Land aufnehmen. Dann bewarb ich mich bei der indischen Botschaft, aber sie verweigerten mir das Einreisevisum. Da ich zu dem Zeitpunkt schon meine Arbeitsstelle gekündigt hatte, kam die Süd-Süd-Koordinatorin der EMS auf die Idee, dass ich einen zweimonatigen Süd-Süd-Austausch im Kinderheim Widyah Asih der Balikirche machen könnte - also in meinem eigenen Land - und danach ins Süd-Nord-Programm aufgenommen würde. Ich war froh, dass ich die Zeit so überbrücken konnte. Sowohl in meiner Zeit im Kinderheim auf Bali als auch während des Freiwilligendienstes in Deutschland habe ich sehr schöne Erfahrungen machen können!

Du hast in Indonesien als Lehrerin an einem Internat gearbeitet und auch in Deutschland deinen Freiwilligendienst im Internat geleistet. Welche Unterschiede konntest du feststellen?

Die Beziehung zwischen Lehrenden und Schülern ist anders in Indonesien. Wesentlich distanzierter. Die Schülerinnen und Schüler sprechen mich dort mit einem respekterweisenden Titel an: 'Ibu Fenchy'. Hier im Internat haben Lehrer und Schüler eine engere Beziehung, sie duzen sich auch. In Indonesien würden mich die Schüler nicht mehr respektieren, wenn ich das zulassen würde. Was ich in Deutschland sehr schön finde, ist, dass das Fach Kunst ernster genommen wird als in Indonesien. Ich war aber erstaunt darüber, dass Kinder bereits in der Grundschule beim Nähen echte Nadeln benutzen dürfen! In meiner Heimat benutzen sie im jungen Alter noch Plastiknadeln.

Was hat dich am meisten überrascht in Deutschland?

Das Wetter, die Kälte. Ich hätte nicht gedacht, dass es tatsächlich so kalt werden kann! Und das Essen - ich habe mein Chillipulver überall mit hingenommen, weil mir das Essen in Deutschland nicht scharf genug war. Aber Schnitzel und Pommes liebe ich. Im Gegensatz zu Milchreis mit Zimt: den mag ich gar nicht.

Annika Hilton-Ganter

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