13.01.15 | Pressemeldungen, Aktuelles

Je suis Charlie – Ich bin Nazarener

EMS verteidigt Meinungs- und Religionsfreiheit

"Die furchtbaren terroristischen Angriffe im Namen Gottes in der vergangenen Woche in Paris erinnern uns einmal mehr daran, wie der Name Gottes heute durch Terroristen missbraucht wird, die sich auf ihn berufen, um Morde und Gewalt zu rechtfertigen. Wer kaltblütig mordet und sich dabei auf Gott bezieht, beleidigt in Wahrheit Gott und alle an ihn glaubenden Menschen," kommentiert Dr. Habib Badr, Leitender Pfarrer der Nationalen Evangelischen Kirche von Beirut (NEC) im Libanon. "Christen und Muslime benutzen denselben Namen für Gott - "Allah". Und "Allah" ist im Christentum und im Islam der Gott der Liebe, des Friedens und des Erbarmens, nicht des Hasses, des Todes und der Gewalt. Daher verurteilen wir alle Grausamkeiten, die im Namen Gottes und der Religion verübt werden. Aber zur selben Zeit rufen wir auch alle Menschen auf, Religion und Glauben des Anderen zu respektieren und nicht ihre Nachbarn durch aufstachelnde Beleidigungen, Hass und unangemessene Verhöhnung zu provozieren." "Wir sprechen den Opfern dieser Angriffe und ihren Familien unser tiefstes Mitgefühl aus. Friedliebende arabische Christen und Muslime im Libanon und im Mittleren Osten beten mit Sicherheit - auch in Arabisch - für die Opfer und ihre Familien."

Die Evangelische Mission in Solidarität (EMS), zu der deutsche, arabische, asiatische und afrikanische Kirchen und Vereine gehören, erinnert daran, dass terroristische Bewegungen in vielen Teilen der Welt das Zusammenleben der Religionen torpedieren. "Boko Haram hat eben weitere Massaker in der ganzen Gegend der Stadt Baga verübt. Eine ganze Kirche, die "Kirche der Brüder" mit mehreren Hunderttausend Mitgliedern lebt seit Jahren in Angst und Schrecken. Menschen werden massakriert, nur weil sie Christen sind. Mädchen werden entführt und zwangsweise konvertiert. Das erscheint nebenbei in den Medien. Der Umfang dieser Verbrechen ist vergleichbar mit dem, was der Islamische Staat in Syrien und dem Irak anrichtet", so Jürgen Reichel, Generalsekretär der EMS.

"Wir wollen auf die Gleichzeitigkeit des Terrors in vielen Ländern der Welt aufmerksam machen. Deshalb werden wir am Eingang unseres Werkes in Zukunft beides zusammen anbringen: "Je suis Charlie" und das arabische "Nun". Damit haben viele Christen und Muslime ihre Häuser bezeichnet, um sich mit den Christen, die der Islamische Staat drangsaliert, zu solidarisieren. Wer die Meinungsfreiheit in Europa verteidigt, muss auch für Religionsfreiheit in Afrika und dem Nahen Osten einstehen."

"Die EMS tritt mit Entschiedenheit auch den Kräften gegenüber, die die Religionsfreiheit für Muslime in Europa bestreiten", so Marianne Wagner, Vorsitzende der EMS. "Wir werden deshalb Kundgebungen und Initiativen unterstützen, die für das friedliche Zusammenleben von Menschen eintreten, die verschiedenen Religionen angehören. Wir erfahren aus allen Mitgliedskirchen, dass Menschen in den Dörfern und Städten freundschaftlich und nachbarschaftlich zusammenleben, solange die Unterschiede nicht instrumentalisiert werden und niemand die Alleinvertretung beansprucht. Auch in Deutschland müssen alle Menschen guten Willens aufeinander zugehen und für ein friedliches Miteinander in Freiheit einstehen."

Pressekontakt: Regina Karasch-Böttcher, Karasch@ems-online.org, Tel. +49 711 636 78 85

Auskunft: Jürgen Reichel, Reichel@ems-online.org, Tel. +49 711 636 78 23

Termine

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