13.02.15 | Aktuelles, Pressemeldungen

Bischof der balinesischen Kirche bittet um Begnadigung zweier Australier

Offener Brief von Bischof Waspada an indonesischen Präsidenten Widodo

"Nur Gott hat die Macht, das Leben seiner Geschöpfe zu erhalten oder zu beenden. Unser Leben steht in Gottes Hand." In einem Offenen Brief an den Präsidenten der Republik Indonesien, Joko Widodo, spricht sich Bischof Ketut Waspada von der Christlich-Protestantische Kirche in Bali (GKPB) gegen die bevorstehende Exekution zweier australischer Drogenschmuggler aus. "Mit der Todesstrafe stellen wir Gottes Autorität in Frage und geben einem Menschen keine Chance, sein Leben zu ändern." Die Vollstreckung der Todesstrafe wurde 2008 in Indonesien ausgesetzt, 2013 aber wieder aufgenommen. Im Januar waren fünf Ausländer und eine Einheimische wegen Drogenhandels hingerichtet worden.

Bischof Waspada setzt sich in seinem Schreiben für Andrew Chan and Myuran Sukumaran ein, die 2005 versucht haben, mehr als acht Kilogramm Heroin von Bali nach Australien zu schmuggeln. Sie wurden als Rädelsführer der sogenannten Bali Nine zum Tode verurteilt. Präsident Widodo hatte Ende Januar trotz massiver internationaler Proteste ein Gnadengesuch abgelehnt. Angesichts von schätzungsweise 4,5 Millionen drogensüchtigen Menschen in Indonesien will Widodo zeigen, dass er etwas gegen die Drogenkrise unternimmt. Andrew Chan hat im Gefängnis zum christlichen Glauben gefunden. Beide Verurteilten haben sich im Gefängnis für andere Insassen eingesetzt und ihnen u.a. Unterricht erteilt.

Die GKPB ist eine der neun indonesischen Mitgliedskirchen der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS). Ihre Mitglieder haben - wie viele Christen im größten muslimischen Land der Welt - große Hoffnungen an Widodo geknüpft, der für die Festigung der Demokratie, religiöse Toleranz, eine gerechtere Verteilung des wachsenden Wohlstands und konsequente Reformen der korrupten Bürokratie steht.

Bischof Waspada, der Vorsitzende des Interkirchlichen Rates der Provinz Bali, fragt in seinem Offenen Brief: "Wenn wir wirklich an unsere junge Generation denken und wollen, dass sie ihr Leben nicht durch Drogenmissbrauch zerstören: Warum nutzen wir nicht einen Menschen wie Andrew Chan, um die jungen Leute von der Gefährlichkeit der Drogen zu überzeugen? Sein Zeugnis wird mit Sicherheit mehr wiegen als das jedes Wissenschaftlers oder Geistlichen."

Termine

21.09.18 , Karlsruhe
9. Internationaler Gospelkirchentag in Karlsruhe

Auf 25 Bühnen präsentieren rund 90 Chöre die Vielfalt des Gospel mehr

05.10.18 , Bad Boll
Indien-Tagung Bad Boll

Die Auswirkung des Klimawandels in Indien  mehr