14.12.15 | Aktuelles, Drei Fragen an

Drei Fragen an…

Frank Daffa, der bei der EMS ein Praktikum im Bereich interkulturelle Bildungsarbeit absolviert
Frank Daffa aus Tansania

Für das Bibelprojekt übersetzt Frank Daffa das Arbeitsbuch und den Flyer auf Swahili. (Foto: EMS/Heiligers)

2012 kam Frank Daffa aus Tansania als Süd-Nord-Freiwilliger nach Deutschland. Seinen Freiwilligendienst absolvierte er in Spangenberg in Hessen und in Köln. Zurück in seiner Heimat bewarb er sich für das Studium Missionswissenschaften und Internationale Diakonie an der FH Interkulturelle Theologie in Hermannsburg. Im Oktober 2013 kam er zurück nach Deutschland und begann sein Studium, das er im Juli 2016 beenden wird. Teil des Studiums ist auch ein dreimonatiges Praktikum, das Frank in der Geschäftsstelle der EMS in Stuttgart absolviert. Hier unterstützt er vor allem die interkulturelle Bildungsarbeit.

Wie sehen Sie die EMS-Gemeinschaft?

Durch Christus offenbart Gott seine außerordentliche Liebe für die Menschheit. Er zeigt neue Wege auf, wie man mit zerbrochenen Beziehungen umgeht; anstatt alles aufzugeben und das Gegenüber zu entfremden, macht sich Jesus die Mühe, die zerbrochenen Einzelteile aufzusammeln, zusammenzusetzen und die offenen Wunden zu heilen, sodass wieder ein perfektes Ganzes entsteht. Genau das habe ich während meiner Zeit bei der EMS erfahren. Ich sehe die EMS als ein Medium von Gottes Liebe in der Welt. Sie hat die Mission, die zerbrochenen menschlichen Beziehungen aufzusammeln und wieder zusammenzufügen. In der EMS spüre ich die Sehnsucht, das Licht Gottes wieder in die Dunkelheit zu bringen. Eine Dunkelheit, die durch gebaute Mauern, Stereotypen, Hass und Überlegenheit entstanden ist. Es hilft, wenn wir Menschen einen Einblick in die Realität hinter den historisch gebauten Mauern der Teilung geben. So sehen sie, wie sich Gottes Ebenbild in anderen Menschen widerspiegelt und sie reflektieren sich selbst. So werden zwischenmenschliche Beziehungen, als Brüder und Schwestern, als gleichwertige Menschen vor Gott, wiederhergestellt

Was bedeutet für Sie interkulturelle Bildungsarbeit?

Unter interkultureller Bildungsarbeit verstehe ich das Lernen voneinander. Wir sollten respektieren was andere Menschen denken und glauben und uns für globale Sichtweisen öffnen. Interkulturelles Lernen bedeutet auch, die Grenzen der eurozentrischen Denkweise zu erweitern. So erhalten die Menschen aus dem Süden die Möglichkeit, über ihre Lebensweise aus ihrer Perspektive zu berichten. Wenn bei der ersten Begegnung zwischen Nord und Süd die Menschen sich gegenseitig zugehört und Verständnis für die kulturelle Vielfalt des anderen aufgebracht hätten, dann hätten wir heute vielleicht keine Welt voller Mythen und Vorurteile. Durch die interkulturelle Bildungsarbeit ist es uns möglich, solche Vorurteile und Mythen zu entkräften und hinter uns zu lassen.

Woran haben Sie während Ihrer Zeit bei der EMS mitgearbeitet?

Bei der EMS erhielt ich die Möglichkeit in verschiedenen Bereichen der Abteilung Mission und Partnerschaft mitzuarbeiten. Ich arbeitete mit dem Afrika- und Ostasienreferat zusammen, mit dem Genderreferat, dem Referat für interkulturelles Lernen und dem Referat für die Projektförderung. Dabei erhielt ich tiefe Einblicke in die Arbeit der EMS. Es war eine tolle Erfahrung, beispielsweise am Südafrika Partnerschaftsseminar teilzunehmen oder an der Eröffnung des EMS-Fokus mitzuwirken. Außerdem war ich Teil des Bibelprojektteams, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. In diesem Projekt arbeiten wir für die internationale Gemeinschaft. Und es ist toll, durch dieses Projekt Partnerschaft auf Augenhöhe in Aktion zu erleben. Indem die Partner im Norden und Süden die Bibel durch die Augen anderer lesen, teilen sie ihre Erkenntnisse und ihr Bibelverständnis.

Für das Bibelprojekt übersetze ich den Flyer und das Arbeitsbuch auf Swahili. Außerdem habe ich Kontakt zu verschiedenen Kirchen in Tansania aufgenommen und sie gefragt, ob sie nicht an diesem Projekt teilnehmen möchten. Auch nach meinem Praktikum werde ich dadurch mit der EMS verbunden bleiben.

Das Interview führte Elisa Heiligers.

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