17.10.16 | Aktuelles, Unterwegs erlebt

Unterwegs erlebt...

Yessica Fridolia aus Indonesien nimmt am Süd-Süd-Austausch der EMS teil. Sechs Monate lang wird sie auf der Kinderstation des Agogo Presbyterian Krankenhauses in Ghana verbringen und ist bereits jetzt froh über diese Erfahrung
Die Kinder im Agogo Presbyterian Hospital. (Foto: EMS/Fridolia)

Auf der Kinderstation lernt Yessica Fridolia zusammen mit den Kindern. (Foto: EMS/Fridolia)

Das ist ja wunderbar, dachte ich, als ich die E-Mail las, die ich von Birgit Grobe-Slopianka, der Leiterin des Ökumenischen Freiwilligen Programms erhalten hatte. Ich war gerade erst aus Indien zurückgekommen, wo ich am Jugendnetzwerktreffen der EMS und der Kirche von Südindien teilgenommen hatte und viel Zeit mit Menschen aus aller Welt verbrachte. In Indien berichtete Birgit über die verschiedenen Programme der EMS, vor allem über das Ökumenische Freiwilligenprogramm mit den drei Austauschrichtungen: Nord-Süd, Süd-Nord und Süd-Süd. Und plötzlich realisierte ich, dass Deutschland, für das ich mich als Freiwillige beworben hatte, nicht das einzige Gastland ist, in das ich gehen könnte. Und so folgte ich meiner Intuition und fragte Birgit, ob ich meinen Freiwilligendienst auch in einem anderen Land machen könnte.

Das eine führte zum anderen und meine Bewerbung war bereits angenommen, bevor ich es überhaupt realisiert hatte. Ich bekam Birgits Email, in der sie mir mitteilte, dass ich für sechs Monate meinen Dienst am Agogo Presbyterian Hospital in Ghana verrichten würde - ein Land, an das ich nie zuvor gedacht hatte. Natürlich gab es davor aber noch ein paar Hindernisse, die es zu überwinden galt. Ich erhielt eine weitere Email von der Ghanaischen Botschaft in Kuala Lumpur, die mich darüber informierte, dass ich mein Visum nicht in Indonesien sondern in Kuala Lumpur beantragen musste. Außerdem erhielt ich die Information, dass es in Indonesien keinen Vorrat mehr für die Gelbfieberimpfung gab. Und ich sagte mir, dass es noch ein langer Weg bis Ghana werden würde.

Am 5. September habe ich es mit Gottes Hilfe nach Ghana geschafft. Das Land hieß mich mit wundervollem Wetter willkommen. Vor dem Flughafen warteten zwei Mitarbeitende von der Presbyterianischen Kirche in Ghana auf mich. Nachdem ich also für meine Gelbfieberimpfung nach Jakarta reiste, verbrachte ich vier Tage in Kuala Lumpur, eine Nacht in Accra und zwei Wochen in Abetifi. Dort lernte ich die ghanaische Kultur näher und erhielt meinen ersten Sprachunterricht in Twi zusammen mit den anderen Freiwilligen. Am 21. September kam ich schließlich in Agogo, dem eigentlichen Ziel meiner Reise, an. Dort traf ich zunächst den Verwalter Herrn Ezekiel bevor ich am nächsten Tag die Kinderstation des Krankenhauses, die Pflegerinnen und Pflegern und Kinder kennenlernte.

Die Kinderstation des Agogo Presbyterian Hospital ist für Kinder, die aufgrund einer Krankheit oder Verletzung im Krankenhaus bleiben müssen. Für mich zeigt sich auf dieser Station, wie Ghana sich um die Bildung seiner Kinder kümmert. An meinem zweiten Tag in Agogo begann ich mit meinem Freiwilligendienst, bei dem ich mit den Kindern lernen und Spaß haben soll. Herr Justice, der Pflegeleiter, sagte mir, dass es mein Job ist, den Geist der Kinder zu trainieren, denn deren Krankheit und Schmerzen sorgt manchmal dafür, dass die Kinder nicht gut zueinander sind.

Das ist es also, was ich während meiner Zeit in Ghana fast jeden Tag mache. Ich bin sehr dankbar, dass ich in Indonesien bereits zwölf Jahre Erfahrung im Kindergottesdienst gesammelt hatte, denn das hilft mir bei meiner Arbeit mit den Kindern sehr. Herr Justice sagte: "Am Anfang ist es nicht leicht, doch mit der Zeit findest du heraus, was du und die Kinder gemeinsam machen könnt." Und es stimmt. Manchmal ist meine Klasse voll und an manchen Tagen fast leer. Doch schnell bemerkte ich, dass diese sechs Monate eine tolle Erfahrung werden. Es wird in dieser Zeit viele Schulstunden in der Kinderstation geben. Doch die Person, die daraus lernt sind nicht die Kinder, sondern das bin ich.

Yessica Fridolia

Termine

23.02.18 , Hospitalhof Stuttgart
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