18.07.16 | Aktuelles, Unterwegs erlebt

Unterwegs erlebt...

Nour BouMalham nahm vom 24. Juni bis zum 2. Juli am internationalen CSI-EMS-Jugendtreffen in Indien teil

Von Beginn an spürte Nour Bou Malham (links) eine besondere Verbindung innerhalb der Gruppe (Foto: EMS/Munir Moacdieh)

Jedes Mal, wenn mich jemand nach meiner Indienreise fragt, weiß ich nicht, wo ich anfangen soll. Wie kann ich die vielen Dinge, die ich während dieser kurzen Zeit erlebt habe, in Worte fassen? Indien ist so voll von Kultur, Farben, Menschen und Begegnungen, dass es schwierig war, all diese Eindrücke aufzunehmen. Doch das Beste an meiner Reise waren die Menschen, die ich traf und mit denen ich zehn Tage verbringen durfte.

"Ich hoffe, die anderen sind cool", sagte ich zu dem anderen libanesischen Teilnehmer, Munir Paul Moacdieh, als wir am Flughafen auf unseren ersten Flug warteten. Doch cool ist kein Ausdruck, um diese Menschen zu beschreiben - sie waren mehr als das. Wir trafen die anderen Teilnehmenden zum ersten Mal beim Mittagessen, wo wir gleich eine Regel einführten: Keiner sitzt neben jemandem aus dem eigenen Land. Von Beginn an spürte ich eine bemerkenswerte Verbindung unter uns. Und als wir in unser erstes indisches Erlebnis eintauchten - die unmögliche Überquerung einer indischen Straße – wusste ich, dass dies eine unvergessliche Reise voller Lachen, Fröhlichkeit und verrückter Erlebnisse werden würde. Alle paar Tage stießen ein paar indische Jugendliche zu unserer bereits sehr vielfältigen internationalen Gruppe hinzu und so begrüßten wir alle paar Tage neue Mitglieder in unserer Familie.

Es war eine sehr bereichernde Erfahrung, die eigenen Ansichten mit so vielen verschiedenen Leuten zu teilen. Zu sehen, wie Menschen aus anderen Ländern die Dinge anders wahrnehmen (mit ihren eigenen kulturellen Brillen), gab mir die Möglichkeit, nicht nur Indien zu erleben und zu entdecken, sondern auch fünf andere Länder. Wir teilten unsere Gedanken über Beziehungen, Partys oder Alkohol und diskutierten auch über viel tiefgründigere Themen wie Religion, Erziehung oder soziale Probleme. Und wir bemerkten, wie die Herkunft (die kulturelle Brille) jedes einzelnen die Meinungen beeinflusste.

Nour BouMalham und Munir Paul Moacdieh
Aus dem Libanon nahmen Nour BouMalham und Munir Paul Moacdieh am Jugendtreffen teil. (Foto: EMS/Anna Korth)

Meine Lieblingsmomente am Tag waren unsere abendlichen Treffen, bei denen wir unsere Gedanken miteinander teilten. Wir sprachen über Dinge, die uns den Tag über überrascht oder berührt hatten, oder welche neuen Erfahrungen wir gemacht hatten. Und es half mir sehr, die Abenteuer zu verarbeiten. Denn jeder erinnerte sich an etwas anderes, und das Teilen in der Gruppe half mir, ein vollständigeres Bild von den Erlebnissen zu erhalten. Die Möglichkeit zu haben, diese Erfahrungen mit einer Familie zu teilen, machte diese tollen Momente sogar noch schöner.

Wir weinten zusammen an der Schule für Kinder mit Behinderung und beim Besuch des Heims für Straßenkinder. Wir stürzten uns in das Chaos auf den lokalen Märkten, rannten herum, fühlten uns wie Kinder in Mahabalipuram und spielten endlos viele UNO Spiele. Wir schafften es, dem bereits sehr farbenfrohen indischen Leben noch mehr Farbe hinzuzufügen. Und jeder Moment war erfüllt vom außergewöhnlichen Geist dieser Gruppe. Zu wissen, dass wir alle auch nach unserer Rückkehr in unser alltägliches Leben in Kontakt bleiben werden, fühlt sich für mich an, als würden wir alle ein Teil von Indien in uns tragen.

Es beeindruckt mich, wie wir innerhalb von zehn Tagen aufgrund der Erlebnisse in drei verschiedenen Städten von fremden Namen in einer Gruppen E-Mail zu einer weltweiten Familie wurden. Eine Familie voller Liebe und Unterstützung.

Nour BouMalham

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23.02.18 , Hospitalhof Stuttgart
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