13.06.17 | Aktuelles

Strategien und Aktionen von Mission

Welche Konzepte von "Mission" gelten in der EMS-Gemeinschaft? Und welche davon sollten den Kurs der EMS in Zukunft bestimmen? – Mit dieser Frage beschäftigte sich das "Mission Moves" Symposium in Bad Boll
Die Teilnehmenden des EMS-Symposiums "Mission Moves"

37 internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen am EMS-Symposium teil. (Foto: EMS/Waltz)

Anfang Juni 2017 kamen insgesamt 37 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum internationalen Symposium "Mission moves" in der Evangelischen Akademie Bad Boll zusammen. Die Veranstaltung bildete den Abschluss der vier so genannten "Team Visits", die 2015 und 2016 stattgefunden hatten. Dabei besuchten Gruppen aus den EMS-Mitgliedskirchen und Missionsgesellschaften die Presbyterianische Kirche von Ghana (PCG), die Kirche von Südindien (CSI), die Protestantisch-Indonesische Kirche in Donggala (GPID) und die Evangelische Kirche der Pfalz (EKP) sowie die Evangelische Landeskirche in Baden (EKiBa).

Das Ziel war, die Missionsansätze der besuchten Kirchen kennenzulernen und über diese und die eigenen Ansätze ins Gespräch zu kommen. Zu den Teams gehörten dabei ganz überwiegend Menschen, die Erfahrungen in der Ökumene hatten, nicht aber mit der jeweils besuchten Kirche. So stellten die Besucherinnen und Besucher mitunter Fragen, die für die Kirchenmitglieder nicht einfach zu beantworten waren und die zu einem tieferen Verständnis auf beiden Seiten führten.

"Was passiert, wenn sich Menschen in einem so fundamental anderen Umfeld von Kultur und Kirche bewegen, wie es bei den Team Visits der Fall war?" Eine Antwort auf diese Frage versuchte der Heidelberger Prof. Dr. Theo Sundermeier in seinem Vortrag über die "Hermeneutik des Fremden". "Der oder die Fremde" ist demnach nur relativ. Er oder sie kann als Bedrohung für die bestehende soziale Ordnung gelten, aber auch den Respekt für die Werte und ethischen Standards des jeweils anderen auslösen.

Die Bedeutung der "Wurzeln" schilderten Dr. Benedict Schubert aus Basel, und Emmanuel Tettey aus Ghana aus der Sicht des früheren Missionars bzw. aus der Sicht eines Nachkommen der "Missionierten". Tettey betonte, dass es früher wie auch heute immer wieder um Übersetzung gehe - damals um die Übersetzung der Bibel in die Sprachen der zu Missionierenden, heute um die Übersetzung in den jeweiligen Kontext der Angesprochenen.

Während des Symposiums wurde sehr deutlich, dass die missionarischen Ansätze der verschiedenen EMS-Mitglieder sehr unterschiedlich sind und dass ein hohes Maß an Sensibilität im Umgang miteinander wie auch an Respekt voreinander erforderlich ist.

Die Teilnehmenden des Symposiums berieten über Strategien und Aktionen von Mission in unterschiedlichem Umfeld: So seien verschiedene Ansätze nötig im christlich-jüdischen oder im christlich-muslimischen Kontext wie in der Missionierung junger Menschen oder in einer Minderheiten-Situation. Praktische Empfehlungen für solche Situationen kamen vor allem von den jungen Teilnehmenden. So wurden verstärkte religiöse Erziehung in Schulen und Trainingsprogramme für junge Erwachsene angeregt, Konfirmationskurse, praktische Mitarbeit in diakonischen Projekten der Kirchen, aber auch die stärkere Vertretung von jungen Erwachsenen in kirchlichen Gremien und Entscheidungsprozessen.

Die Ergebnisse und Empfehlungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums werden in die Beratungen des EMS-Missionsrates einfließen, der Ende Juni 2017 in der Lutherstadt Wittenberg zusammentritt.

Regina Karasch-Böttcher

Termine

23.09.17 , Das Offene Haus, Evangelisches Forum Darmstadt, Rheinstraße 31, 64283 Darmstadt
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