19.06.17 | Aktuelles, Unterwegs erlebt

Unterwegs erlebt...

Mega Kamase Sambo schreibt über ihre Erlebnisse während ihres Deutschlandaufenthalts
Mega Kamase Sambo beim Eröffnungsgottesdienst des Kirchentags 2017 in Berlin.

Für Mega Kamase Sambo (rechts) war der Kirchentag in Berlin eine beeindruckende Erfahrung. (Foto: EMS/Karasch-Böttcher)

Während meines Aufenthalts in Deutschland als Praktikantin der EMS-Geschäftsstelle habe ich viele, unterschiedliche Dinge erlebt. Als ich in Deutschland ankam, nahm ich mir vor, offen für alle Erfahrungen zu sein. Und diese Einstellung belohnte mich mit vielen wertvollen Momenten. Ich habe viele Freundschaften geschlossen, die mein Leben bereichern.

Als Vikarin der Toraja-Kirche interessierte ich mich sehr für das Christentum in Deutschland. Deshalb versuchte ich viele historische Orte zu besuchen, zum Beispiel die Veste Coburg, in der Martin Luther einst predigte. Außerdem habe ich an Gottesdiensten teilgenommen, Kirchen und christliche Versammlungen rund um Stuttgart besucht.

Es gab einige Dinge, die mich während meines Aufenthalts in Deutschland sehr überrascht haben. Zum Beispiel erlebte ich, dass es Kindern im Alter von etwa neun Jahren erlaubt war, im Gottesdienst an der Abendmahl teilzunehmen. In meiner Kirche und in vielen indonesischen Kirchen ist dies immer noch ein Traum. Dort gibt es viele, die sich gegen diese Praxis aussprechen, denn die Missionare hätten sie andere Grundsätze gelehrt. Und sie wollen diese nicht ändern.

Auf der anderen Seite war es für mich sehr schockierend zu sehen, dass zu den sonntäglichen Gottesdiensten nur wenige Menschen in die Kirche kamen. Ich glaube, dass ich vorher schon davon gehört habe - und ich bin eine Person die Qualität mehr schätzt als Quantität - doch das selbst zu erleben, war noch einmal ganz anders. Es war sehr beunruhigend für mich zu sehen, dass diese wunderschönen historischen Kirchen mit ihrer vollen sakramentalen Ausstattung und Instrumenten fast leer waren. Wird meine Kirche eines Tages auch so aussehen?

Zum Glück verschwand meine Traurigkeit und Beunruhigung darüber, als ich meinen ersten Kirchentag in Berlin erlebte. So viele Menschen nahmen am Kirchentag teil, unter ihnen auch viele Jugendliche und Kinder. Sie genossen die gemeinsame Zeit und nahmen an vielen unterschiedlichen Aktivitäten teil. Es machte mich sehr glücklich zu sehen, dass es immer noch so viele engagierte Menschen in den Kirchen, religiösen Organisationen und Missionsgesellschaften gibt, die die Saat des Glaubens aussäen. Es hat mich sehr berührt zu sehen, wie Eltern ihren Glauben an ihre Kinder weitergeben, zusammen am Kirchentag teilnehmen und hoffen, dass die Kinder ihrer Pilgerreise folgen. Und es war toll zu sehen, wie so viele Christen unterschiedlichen Alters aus unterschiedlichen Konfessionen, Kulturen und Nationen zusammenkommen, feiern und ihren Glauben leben. Sie erinnerten sich gegenseitig daran, dass "Gott sie sieht", egal was sie oder ihre Kirchen durchleben.

Nach dem Kirchentag wünschte ich mir, dass es einen Weg gäbe, die Energie, die Atmosphäre, die Beziehungen, den Enthusiasmus und die Kameradschaft, die Begeisterung, die Hingabe und die Freude "abfüllen" zu können, sodass jeder davon etwas zurück in seine Kirchen bringen könnte. Doch dann habe ich begriffen, dass jeder der am Kirchentag teilgenommen hat, wie ein Tongefäß funktioniert. Irgendwie haben wir alle unsere Kirchentags-Erfahrungen "abgefüllt" und bringen sie mit zurück in unsere Kirchen. Und sie werden uns helfen, unseren Glauben und unsere Kirche zu stärken. Zumindest kann ich das für mich so sagen. Dieses Erlebnis ist eine kostbare Erfahrung, an die ich mich mein ganzes Leben erinnern werde.

Mega Kamase Sambo

Termine

23.09.17 , Das Offene Haus, Evangelisches Forum Darmstadt, Rheinstraße 31, 64283 Darmstadt
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29.09.17 , Bad Boll
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