01.02.17 | Aktuelles

"Die Chemie stimmt"

Erwin Ritte unterstützt bis zum Sommer den Direktor der Theodor-Schneller-Schule (TSS) in Amman in Finanz- und Verwaltungsfragen. Der 64-Jährige aus der Nähe von Kassel bringt nicht nur viel Berufserfahrung mit, sondern auch eine große Liebe für die ökumenische Zusammenarbeit.
Erwin und Edith Ritte

Im November machten sich Erwin Ritte und seine Frau Edith bei einem Besuch in Amman ein Bild vor Ort. (Foto: EMS/Gräbe)

Man könnte es als Glücksfall bezeichnen: Da geht jemand nach Jahrzehnten in der kirchlichen Verwaltung in den Ruhestand und bietet den langjährigen Mitstreiterinnen und Mitstreitern in der EMS an: "Wenn Ihr mal was für mich habt, könnt Ihr mich losschicken." Das hat sich der Evangelische Verein für die Schneller-Schulen (EVS), der Mitglied in der EMS ist, nicht zwei Mal sagen lassen und gleich bei Erwin Ritte angefragt, ob sein Angebot auch für die Theodor-Schneller-Schule (TSS) in Amman gilt. Der 64-Jährige war von 1980 bis 1986 ökumenischer Mitarbeiter in Südafrika und war danach in verschiedenen Funktionen in der kirchlichen Verwaltung in Deutschland tätig, von 2003 bis 2015 als Finanzreferent der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. In dieser Funktion arbeitete er auch viele Jahre im Finanzausschuss der EMS mit.

Daher wusste er schon, dass es mit der TSS seit längerem nicht gut bestellt ist: prekäre Finanzsituation, marode Infrastruktur und längst überfällige Personalentscheidungen. "Das alles braucht einen nicht zu wundern. Fast drei Jahre gab es dort keinen Direktor", sagt Ritte gelassen, der aus seiner langen Berufserfahrung weiß, dass führungslose Einrichtungen schnell ins Schlingern geraten. "Wichtig ist, dass die Schule jetzt einen neuen Direktor hat und dass der zusammen mit der Diözese in Jerusalem auch schon die ersten Breschen bei der Neuordnung geschlagen hat."

Wichtig ist bei einer solchen Aufgabe aber auch, dass die Chemie stimmt. Und das tut sie zwischen Direktor Khaled Freij und Erwin Ritte, wie sich bei einem ersten Besuch Ende November in Amman zeigte. "Wir haben den gleichen Humor und müssen uns nichts vormachen", sagt Ritte. Es störe ihn nicht, dass er "nur" der Assistent des Direktors sei. "Ich bin das kollegiale Zuarbeiten gewöhnt." Auch, dass sein Vertrag auf sechs Monate begrenzt ist, kommt ihm entgegen. So konnte sich seine Frau gerne auf die Zeit in Jordanien einlassen. Und er selbst sagt: "Ich kann gut mit Zwischenergebnissen leben, solange sie in die richtige Richtung gehen." Dafür will er bis Ende Juli sorgen und das Feld für einen längerfristig angestellten ökumenischen Mitarbeiter an der TSS bereiten.

Katja Dorothea Buck

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