06.02.17 | Aktuelles, Projekt des Monats

Schweine- und Ziegenaufzucht - Ein Weg aus der Armut

Das Projekt des Monats Februar kommt aus Indonesien
Schweineaufzucht in Indonesien

Hilfe zur Selbsthilfe: Die Aufzucht von Schweinen ist für Bauern in abgelegenen Regionen Indonesiens eine neue Einnahmequelle. (Foto: EMS/Waltz)

Fünf Ferkel, zehn Sack Zement und umgerechnet etwa 70 Euro für Futter und Medizin. Für den 34-jährigen Antonius, der mit seiner Frau und seinen drei Kindern in einem kleinen Dorf in Südsulawesi wohnt, bieten diese Zahlen den Weg aus der Armut. Die Familie besitzt kein eigenes Land. Als Kleinbauern bewirtschaften sie die Felder anderer und werden nach der Ernte mit Getreide dafür bezahlt. Zum Überleben reicht das für die fünfköpfige Familie kaum und bei Ernteausfällen können Sie auf keine Rücklagen zurückgreifen.

Doch mit dem Ferkelzucht-Projekt der Protestantischen Kirche in Südost-Sulawesi (GEPSULTRA) hat Antonius ein neues Standbein, das ihn zuversichtlich in die Zukunft blicken lässt. Das Programm der GEPSULTRA möchte Frauen und Männer in den ländlichen Gegenden stärken und ihre ökonomischen Verhältnisse verbessern. Im Mai 2014 startete die Kirche deshalb eine Ferkelzucht. Die Ferkel verteilt sie an ihre Mitglieder in verschiedenen Gemeinden, die die Tiere über sechs bis acht Monate mästen und dann gewinnbringend verkaufen. Bei der Aufzucht werden die Indonesierinnen und Indonesier fachmännisch unterstützt, sie erhalten grundlegende Kenntnisse in der betriebswirtschaftlichen Führung eines eigenen Kleinunternehmens und erlernen den Umgang mit Tieren, welches Futter diese benötigen und wie die Tiere medizinisch versorgt werden müssen.

Antonius baute mit den zehn Sack Zement einen kleinen Stall für seine Tiere und kaufte mit dem Geld Kraftfutter und Medizin für die Ferkel. Nach sieben Monaten hat der Bauer bereits drei seiner Tiere verkauft. Einen Teil der Einnahmen hat er für den Kauf neuer Tiere investiert. "Die Aufzucht von Schweinen ist für uns finanziell sehr hilfreich, vor allem für unsere Familie, die wir kein eigenes Land haben, das wir bewirtschaften können", sagt Antonius. "Die Schweineaufzucht ist sehr vielversprechend und wir danken unserer Kirche und der Gemeinschaft in Deutschland, die uns diese Chance ermöglicht hat."

Nach Ende des Programms soll sich das Ferkelzucht-Projekt ohne finanzielle Unterstützung von außen tragen und auch andere Bauern, die bislang nicht am Programm teilgenommen haben, werden integriert.

Ziegen- und Schweineaufzucht in Donggala

Auch die Protestantisch-Indonesische Kirche in Donggala hat ein Tierzuchtprojekt für ihre ärmsten Mitglieder gestartet. Vor allem Frauen sollen die Möglichkeit erhalten, durch die Aufzucht von Schweinen und Ziegen zum Familieneinkommen beizutragen und ihre wirtschaftliche Situation zu stärken. Zu Beginn des Projekts erhalten sie Schulungen mit Sachverständigen, bevor sie die Theorie in die Praxis umsetzen. Hilfe zur Selbsthilfe lautet auch hier das Credo!

Elisa Heiligers

Termine

11.04.17 , SanctClara, Mannheim
Partnerschaftsseminar Korea

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22.04.17 , Ev. Gemeindehaus, An der Stadtkiche, 35315 Homberg/Ohm
Kinder und Jugend in der Partnerschaftsarbeit

Engagierte in der Partnerschaftsarbeit suchen nach Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche in die Partnerschaftsarbeit einzubeziehen.  mehr