06.03.17 | Aktuelles

Ein langer Weg zur Gleichberechtigung

Im neuen Nachrichtenblatt der Basler Mission - Deutscher Zweig stehen Frauen in Indien im Fokus

Indien ist ein Land der Gegensätze. Einerseits sind Frauen den Männern vor dem Gesetz gleichgestellt, andererseits werden sie stark benachteiligt. Im neuen Basler Nachrichtenblatt äußern sich Pfarrerin Eggoni Pushpalalitha, die erste Bischöfin der Kirche in Südindien (CSI), und der neue, indische EMS-Verbindungsreferent Ostasien/Indien Solomon Paul Benjamin über ihre eigenen Erfahrungen zum Thema Gleichberechtigung in einem Interview mit Sabine Eigel. Beide nehmen Fortschritte in ihrem Heimatland wahr und glauben daran, dass sich das Verhältnis zwischen Männern und Frauen weiter positiv verändern wird. Sie sehen mehr Chancen für die Frauen und nehmen auch in der Kirche einen Wandel in den Köpfen wahr. Allerdings wünschen sie sich mehr Erfolge in der Praxis.

Immer noch gibt es wenige Pfarrerinnen und erst eine einzige Bischöfin. Bischöfin Eggoni Pushpalalitha, 1956 auf dem Land geboren, hatte bereits sehr fortschrittliche Eltern. Sie machten keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Sie legten großen Wert auf die Ausbildung ihrer Kinder und trauten ihnen vieles zu. Die Karriere ihrer Tochter sahen sie eher als Anwältin oder Ärztin, nicht bei der Kirche. Dort stieg sie auch deshalb zur ersten Bischöfin auf, weil sie ledig und ohne Kinder war und sich auf ihren Beruf konzentrieren konnte. Außerdem, so meint sie selbst, hat sie sehr gute Kenntnisse in Verwaltung und Mission und zudem ein Händchen für die Lösung von Problemen und funktionierende Strukturen.

Der EMS-Verbindungsreferent Ostasien/Indien Pfarrer Solomon Paul Benjamin ist selbst sehr emanzipiert, hat seine Kinder gemeinsam mit seiner Frau erzogen, hilft im Haushalt und führt eine gleichberechtigte Ehe. Seine Frau ist genauso berufstätig und engagiert wie er. Seine Töchter haben studiert und sind frei, ihren Ehemann selbst auszuwählen. Alles Verhaltensweisen, die in Indien noch nicht allgemein üblich sind. Benjamin sieht noch einige Steine auf dem Weg zur Gleichberechtigung in seinem Land, wie überkommene Traditionen und das Kastensystem. Aber junge, gebildete Frauen, wie seine Töchter sind Vorbilder und Vorreiterinnen und fühlen sich frei in Indien zu tun, was ihnen gefällt.

Mehr dazu lesen Sie in der neusten Ausgabe des Basler Nachrichtenblatts.

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