06.03.17 | Aktuelles, Projekt des Monats

Medizinische Versorgung für Arme

Das Projekt des Monats März kommt aus Ghana
Ein Junge mit Gips in Ghana

Die Gesundheitsdienste der Presbyterianischen Kirche von Ghana helfen Klein und Groß. (Foto: EMS/Edwards-Raudonat)

Agogo Presbyterian Hospital in Ghana: Die 30-jährige Vida Musah kommt in die Klinik. An ihrem linken Bein ist das Zellgewebe entzündet, es hat sich ein großes Geschwür gebildet. Die junge Frau arbeitet als Bäuerin in der Ashanti Region Ghanas – sie verdient kaum genug, um zu überleben. Mittellos kommt sie in die Klinik. Sie kann weder ihren Krankenhausaufenthalt, noch ihre Medikamente oder das Essen im Agogo Krankenhaus zahlen.

Für Menschen wie sie hat die Presbyterianische Kirche von Ghana (PCG) den "Poor and Sick Fund" eingerichtet. Zwar gibt es seit 2005 eine Krankenversicherung in Ghana, doch viele Ghanaerinnen und Ghanaer sind nicht versichert. Darüber hinaus übernimmt die Versicherung oftmals nicht alle Kosten der Behandlung. Medikamente oder Krankentransporte müssen die Betroffenen selbst übernehmen. Der Fonds der PCG hilft armen, kranken Menschen, die keine Krankenversicherung besitzen und medizinisch versorgt werden müssen.

Ein Komitee entscheidet bei jedem Patienten über die Höhe der Unterstützung. In Vida Musahs Fall übernimmt die Kirche mit Geldern aus dem Fonds sowohl die Krankenhauskosten, Medikamente und das Essen als auch den Rücktransport in ihr Dorf. Zudem wird die 30-Jährige bei der staatlichen Krankenversicherung registriert. Vida muss viele Wochen im Krankenhaus bleiben, auch eine Hauttransplantation ist von Nöten, um ihre Gesundheit wiederherzustellen – ein Eingriff, den sich Vida nie selbst hätte leisten können.

Mit ihren vier Kreiskrankenhäusern, 27 Gesundheitsstationen, neun Basisgesundheitsdiensten und zwei Krankenpflegeschulen hilft die PCG vielen Menschen in den ländlichen Gebieten Ghanas. Im "Bawku Hospital", das am Dreiländereck von Ghana, Togo und Burkina Faso liegt, werden Notfälle aus der ganzen Region behandelt, denn auch für mittellose Menschen aus den Nachbarländern kommt der Fonds auf. Im Krankenhaus in Agogo werden jährlich über 13.000 Menschen stationär behandelt, 116.500 Patientinnen und Patienten wird ambulant geholfen. Die Klinik gehört mit seinen 250 Betten und fünf Abteilungen zu den Vorbildprojekten der presbyterianischen Gesundheitsdienste und leistet einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag für die medizinische Versorgung in Ghana.

Elisa Heiligers

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