13.02.17 | Aktuelles, Drei Fragen an

Drei Fragen an...

Pfarrer Nii Armah Ashittey, der neue Referent für Ökumene und Soziales der PCG
Pfarrer Nii Armah Ashittey

Nii Armah Ashittey (rechts) setzt sich in der Presbyterianischen Kirche von Ghana für die Ökumene ein. (Foto: EMS/Edwards-Raudonat)

"Wir haben die Aufgabe, die Erde zu bebauen und bewahren", sagt Nii Armah Ashittey. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir als gläubige Frauen und Männer rund um den Globus zusammenarbeiten. Aus dieser Überzeugung heraus hat sich der Pfarrer für den Posten als Referent für Ökumene und Soziales der Presbyterianischen Kirche von Ghana beworben und wurde 2016 ins Amt gewählt. In Accra sammelte er erste Erfahrungen in einem konfessionsübergreifenden Rahmen, die ihn auf seine neuen Aufgaben vorbereiteten.

Gibt es einen Bibelvers, der für Sie in Ihrem neuen Amt eine besondere Bedeutung hat?

In Genesis 1,26-27 heißt es, dass wir Menschen im Bilde Gottes erschaffen wurden - diesen Satz schätze ich sehr. Er gibt meinem Leben eine Bedeutung, denn ich weiß, dass auch ich im Bilde Gottes erschaffen und dazu befähigt bin, mit ihm gemeinsam die Schöpfung zu bewahren. Von gleicher Bedeutung ist für mich auch Vers 15 aus Genesis 2. Es ist Gottes Auftrag an die Menschheit, die Erde zu bebauen und zu bewahren, das heißt verantwortungsvoll über sie zu herrschen. Auch hier wird die partnerschaftliche Beziehung zwischen den menschlichen Wesen und Gott betont. Wir haben den Geist und den Auftrag von Gott, die Schöpfung zu bewahren und an Gottes Stelle zu agieren. Das ist so stark, sehr stark. Und das passt wiederum zu Epheser 2. Dort spricht Paulus über den Geist Gottes, der in uns arbeitet, und nimmt auch hier wieder Bezug auf das Thema im Buch Genesis: Obwohl wir einst aufgrund unserer Schuld tot waren, sind wir mit Jesus Christus in Gott vereint und sitzen in der Himmelswelt - eine sowohl demütigende als auch stärkende Erfahrung.

Aus welchem Grund haben Sie sich für die Referentenstelle für Ökumene und Soziales beworben?

Ich habe großes Interesse und Respekt für die Ökumene. Das ist in meinem Verständnis der Bibel, das ich oben bereits erwähnt habe, verankert: Geschaffen im Bilde Gottes, der Welt gegeben, um zu bebauen und zu bewahren. Wenn wir uns um die Welt kümmern sollen, müssen wir zusammen stehen. Keiner kann dies alleine schaffen. Wir haben keine andere Wahl, als uns zu vereinen, um diese Aufgabe zu verwirklichen.

Der verstorbene nigerianische Politiker Bola Ige, der in den 1970er Jahren das "Programm zur Bekämpfung des Rassismus" des Ökumenischen Rats der Kirchen mitinitiiert hatte, sprach immer gerne vom "Gottesgespräch". In diesem Gespräch haben wir Partner: Die Bibel, gläubige Männer und Frauen, die unsere Erde bereits verlassen haben, diejenigen, die hier mit uns leben, und unsere eigene besondere Situation. Für mich ist Ökumene ein Ausdruck dieses "Gottesgespräches".

Ich verfolge außerdem eine weitere Leidenschaft, die sich auf dieselbe Denkweise zurückführen lässt. Es ist die, der prophetischen Stimme der Kirche in der Gesellschaft. In meinen Augen ist sie ein kritisches Gespräch oder eine Diskussion zu allen Themen, die das Wohlbefinden Gottes betreffen. Es hat damit zu tun wer ich als Kind Gottes bin: Ich habe eine Aufgabe, die mir von Gott gegeben wurde, nämlich die Schöpfung zu bewahren. Als solches bin ich dazu angerufen, an Gottes Stelle mit der Gesellschaft zu sprechen.

Meine ersten Erfahrungen in einem konfessionsübergreifenden Umfeld habe ich als Pfarrer der Ridge Church in Accra gesammelt. Es ist wunderbar dort, denn Methodisten, Presbyterianer, Anglikaner und manchmal sogar weitere Konfessionen, kommen dort alle zusammen. Die Mitglieder der Ridge Church behalten ihre ursprüngliche Konfession - Presbyterianer bleiben beispielsweise Presbyterianer. Gleichzeitig arbeiten sie eng miteinander, wenn es um die tägliche Arbeit der Ridge Kirchengemeinde geht. Darüber hinaus habe ich als Vorsitzender des Ga Presbytery Komitees für Ökumene und Soziales gearbeitet, wodurch ich einen Einblick in die gesamte Abteilungsarbeit bekommen habe. Ich sehe diese Stationen in meiner Biografie als Vorbereitung auf meine neue Aufgabe.

Welche Ziele haben Sie für Ihre neue Arbeit?

Ich würde gerne die Erfolge der Abteilung weiter vorantreiben. Die ökumenischen Verbindungen, die geknüpft wurden, müssen gestützt werden. Es gab in der Vergangenheit einen Newsletter, der von meinem Vorgänger Pfarrer Dr. Solomon Sule-Saa ins Leben gerufen wurde. Er wurde zwischenzeitlich aufgrund von fehlenden Geldmitteln gestoppt, doch ich möchte ihn wiederbeleben. Das würde uns für die Netzwerkarbeit mit unseren Unterstützern sehr helfen.

Eine weitere wichtige Aufgabe in meiner Arbeit sehe ich darin, einen ökumenischen Kurs vor allem für die Pfarrerinnen und Pfarrer zu entwerfen. Ich habe dazu bereits die Kirchenbehörden kontaktiert. Wir können nicht als Insel, als Solisten auftreten. Ich möchte die Abteilung besser bekannt machen, in der PCG und darüber hinaus. Wir haben Pfarrer, die nicht wissen, was wir in unserer Abteilung machen und die manchmal von uns als Abteilung für Ökonomie und Soziale Beziehungen sprechen.

Außerdem ist es meine Leidenschaft, mich in Debatten, die das Wohl der Menschen betreffen, innerhalb und außerhalb der Kirche zu engagieren. Ökonomische und soziale Angelegenheiten können nicht nur den Politikern überlassen werden. Auch die Kirche muss ihre Stimme erheben. Wir können Pressekonferenzen veranstalten, Debatten organisieren und öffentlich auftreten. Was macht die Regierung mit unserem Geld? Das geht die Kirche genauso viel an wie jeden anderen. Denn: Wir haben die Aufgabe, die Erde bebauen und zu bewahren.

Als ich als Pfarrer in der Adentan gemeinde gearbeitet habe, organisierten wir eine Reihe an Seminaren zum Thema "Staatenbildung durch christliche Intellektuelle" . Wir fragten uns: Wo sind die intellektuellen Christen? Warum kommt ihre Expertise nicht zum Tragen? Wir sind verpflichtet die Schöpfung zu bebauen und bewahren. Wo gewöhnliche Menschen keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen können, da haben Intellektuelle eine Chance. Sie können schreiben und sprechen. Solche Foren dienen dazu, sie wachzurütteln.

Das Interview führte Riley Edwards-Raudonat.

Downloads und Links

Termine

22.04.17 , Ev. Gemeindehaus, An der Stadtkiche, 35315 Homberg/Ohm
Kinder und Jugend in der Partnerschaftsarbeit

Engagierte in der Partnerschaftsarbeit suchen nach Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche in die Partnerschaftsarbeit einzubeziehen.  mehr