15.05.17 | Aktuelles, Unterwegs erlebt

Unterwegs erlebt...

Während seiner Reise nach Ghana, besuchte Afrika-Verbindungsreferent, Riley Edwards-Raudonat, ein Projekt der Presbyterianischen Kirche von Ghana (PCG), das seit diesem Jahr von der EMS gefördert wird. Das Projekt unterstützt Mütter, deren Kinder an zerebraler Kinderlähmung leiden.
Mütter mit Kindern in Ghana, die an zerebraler Kinderlähmung leiden.

In den Selbsthilfegruppen teilen die Frauen ihre Erfahrungen und Sorgen. (Foto: EMS/Edwards-Raudonat)

Das Projekt "Existenzsicherung für Mütter von behinderten Kindern" wird seit diesem Jahr von der EMS unterstützt. Deshalb wollte ich mir während meiner Reise nach Ghana unbedingt vor Ort einen Eindruck aus erster Hand verschaffen. Maxwell Akandem, Direktor für Entwicklungsarbeit des Upper Presbytery half mir bei meinem Vorhaben. Er erklärte mir, dass es momentan fünf Selbsthilfegruppen mit insgesamt etwa 100 Frauen gibt, die am Programm der PCG teilnehmen. All diese Frauen ziehen Kinder auf, die an Cerebralparese leiden. Ich hatte das Glück, zwei dieser Gruppen besuchen zu dürfen:

Im Gespräch mit den Frauen wurde mir klar, dass eine häufige Ursache für Kinderlähmung eine lange und komplizierte Geburt ist. Während der Geburt kommt es bei den Babys zu einem Sauerstoffmangel, die Folge sind irreparable Hirnschädigungen. Je nach Schweregrad der Hirnschädigung können die Kinder lernen, sich über weite Strecken selbst zu versorgen. In den Selbsthilfegruppen tauschen sich die Mütter über ihre Erfahrungen und Sorgen aus. Dieser Austausch ist für sie von unschätzbarem Wert, denn zu Hause erfahren sie und ihre Kinder oft große Abweisung. Kinder mit Behinderungen werden in Ghana oft noch als "geistige Wesen" gesehen – also vom Teufel besessen.

Die kleine Emilia sitzt auf dem Schoß ihrer Mutter Juliana Ayoma.
Durch die Hilfe der PCG weiß Juliana Ayoma, wie sie die motorischen Fähigkeiten ihrer Tochter verbessern kann. (Foto: EMS/Edwards-Raudonat)

Eine der Mütter, die ich treffen durfte war Juliana Ayoma, Mutter von drei Kindern. Sie erzählte mir, dass ihr jüngstes Kind Emilia zunächst ganz normal aufwuchs. Doch im Alter von etwa sechs Monaten bemerkte Juliana, dass ihre Tochter nicht richtig sitzen konnte. Die Mutter suchte medizinischen Rat auf und fand so ihren Weg in die Selbsthilfegruppe. Auf diese Weise erhielt sie Unterstützung durch einen Physiotherapeuten, der sie und ihre Tochter zu Hause besucht und ihr zeigt, welche Übungen sie mit Emilia machen kann, um ihre motorische Entwicklung zu fördern. Ihr Mann besteht darauf, dass das Kind ihr Problem ist und nicht seines. "Er glaubt, dass das Kind ein "geistiges Wesen" ist und dass Gott es mitnehmen wird. Deshalb will er sich nicht einbringen", erzählt Juliana Ayoma.

Nachdem sich die Gesundheit ihrer Tochter stabilisiert hat, möchte Juliana gerne eine Schneiderlehre beginnen, um den Lebensunterhalt ihrer Familie zu sichern. Doch als verheiratete Frau mit drei Kindern "ist es für sie nicht möglich, eine ganztägige Berufsschule zu besuchen", erklärt Maxwell Akandem von der PCG. Deshalb hat er Kontakt zu einem lokalen Schneider hergestellt, der die junge Mutter ausbilden wird. "Das Programm wird die Kosten für ihre Ausbildung übernehmen und ihr eine Nähmaschine zur Verfügung stellen", sagt Maxwell Akandem.

Riley Edwards-Raudonat

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