18.05.17 | Pressemeldungen, Aktuelles

Einsatz für Frieden und Versöhnung ist unverzichtbarer Teil der Mission

EMS-Vertreter bei der Konferenz zur Friedensverantwortung der Religionen in Berlin

"Religion im 21. Jahrhundert wird immer häufiger missbraucht, um Machtansprüche zu untermauern. Scharfmacher drängen die ausgleichenden Kräfte zurück, nehmen das Recht in die eigene Hand und rufen zur Gewalt im Namen Gottes auf", sagt Jürgen Reichel, Generalsekretär der Evangelischen Mission in Solidarität. In einer Welt, die durch Konflikte zerrissen wird, ist der Einsatz für Frieden und Versöhnung unverzichtbarer Teil der Mission und des Zeugnisses der EMS-Gemeinschaft.

Generalsekretär Jürgen Reichel und Dr. Uwe Gräbe, Nahost-Referent der EMS und Geschäftsführer des Evangelischen Vereins für die Schneller Schulen, nehmen auf Einladung des deutschen Außenministers Sigmar Gabriel (SPD) am 22. Mai in Berlin an einer Konferenz zur Friedensverantwortung der Religionen teil. Zu dieser Konferenz hat Gabriel rund hundert internationale Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Religionen eingeladen, um "die Analyse- und Handlungsfähigkeit des Auswärtigen Amts weiter zu verbessern und das gesellschaftspolitische Potential von Religionsgemeinschaften zur Friedensarbeit zu nutzen" – so der 20. Bericht der Bundesregierung zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik vom März dieses Jahres. Im Oktober 2016 wurde deshalb im Auswärtigen Amt ein Arbeitsstab "Friedensverantwortung der Religionen" eingerichtet. "Religiöse Autoritäten genießen vielfach großes Vertrauen und Unterstützung in ihren Gesellschaften und tragen damit auch eine besondere Verantwortung", wird im Bericht beschrieben.

"Die Frage wird immer dringlicher: Was heißt Weitergabe der Botschaft Jesu heute angesichts des wachsenden Fundamentalismus in vielen Religionen? Welche Rolle können christliche Kirchen spielen, um das friedliche Miteinander verschiedener Religionen zu fördern?", formuliert Reichel. Diese Fragen beschäftigten die Mitglieder der Evangelischen Mission in Solidarität nicht erst seit heute. In den Projekten, die von der Gemeinschaft unterstützt werden, zeige sich ganz praktisch, was die Mitglieder der 23 Kirchen und fünf Missionsgesellschaften, die der EMS angehören, als Priorität ihres Tuns ansehen:

Christliche, muslimische und drusische Kinder besuchen zum Beispiel gemeinsam die Johann-Ludwig-Schneller-Schule der Nationalen Evangelischen Kirche von Beirut (NECB), die vom Evangelischen Verein für die Schneller Schulen (EVS) in der libanesischen Bekaa-Ebene gefördert und begleitet wird. Sie leben und lernen dort gemeinsam vor allem eins: den Respekt vor der Religion und den kulturellen Eigenheiten der anderen. Sogar das gemeinsame Gebet ist möglich. Ganz selbstverständlich tragen die etwa 300 Kinder aus der Schule den Gedanken in ihre Familien hinein, dass ein friedliches Zusammenleben der Angehörigen verschiedener Religionen möglich ist.

Bis zu 1.000 Jugendliche werden jedes Jahr in Ghana zu "Friedensengeln" ausgebildet und trainieren dabei Methoden konstruktiver Konfliktlösung. Weitere 100 Lehrerinnen, Lehrer und Gemeindeleitende werden zu Ausbildern geschult. Durch dieses Programm trägt die Presbyterianische Kirche von Ghana dazu bei, dass die Ableger der islamistischen Terrorgruppe "Boko Haram" aus dem Norden Nigerias nicht in Ghana Fuß fassen. Unter den Teilnehmenden der Workshops sind hochmotivierte junge Leute: Christen und Muslime, aber auch Mitglieder der Jugendverbände der politischen Parteien. Ihr Motto: "Ballots, not bullets!" – "Wahlen, nicht Gewehre!"

Religionsfreiheit ist ein großes Thema in der indonesischen Gesellschaft. Fundamentalistische muslimische Gruppierungen versuchen jedoch immer wieder, den Islam als die dominierende Religion in Staat und Alltagsleben durchzusetzen. Das Institut für Interreligiösen Dialog in Indonesien (Interfidei) ist eine religionsübergreifend geleitete, im Land hoch geschätzte Institution. Als Partner der EMS organisiert es seit Jahren Trainings, Konferenzen und Workshops, u.a. für die Lehrer an Oberschulen. Diese sind für die Jugend Indonesiens eine zentrale Instanz bei der Vermittlung demokratischer, pluralistischer Werte. Das Institut entwickelt in Zusammenarbeit mit Lehrerinnen und Lehrern der Sekundarstufe II einen Lehrplan zum Thema religiöse Vielfalt. Die Lehrer lernen dabei, Werte und Inhalte eines religiösen Pluralismus an ihre Schüler zu vermitteln.

Pressekontakt:
Regina Karasch-Böttcher, karasch-boettcher@dont-want-spam.ems-online.org, Tel. +49 711 636 78 85, Mobil +49 178 62 000 52

Auskunft:
Jürgen Reichel, reichel@dont-want-spam.ems-online.org, Tel. +49 711 636 78 21, Mobil +49 178 636 78 31

Termine

29.09.17 , Bad Boll
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EVS-Mitgliederversammlung

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