23.01.17 | Aktuelles, Drei Fragen an

Drei Fragen an...

Florian Gärtner, den neuen Pfarrer für Weltmission und Ökumene der Evangelischen Kirche der Pfalz
Florian Gärtner

Zu Gast in der EMS-Geschäftsstelle: Florian Gärtner. (Foto: Waltz/EMS)

Am vergangenen Sonntag wurde Florian Gärtner in sein neues Amt als Pfarrer für Weltmission und Ökumene eingeführt. Gemeinsam mit den Partnerkirchen in Ghana, Südkorea und Westpapua möchte der 41-jährige Theologe weltweite Christenheit erlebbar machen.

Sie sind für Weltmission und Ökumene in der pfälzischen Landeskirche zuständig, was reizt Sie an dieser Aufgabe?

Unsere Schwestern und Brüder im Glauben leben in der Pfalz, in Deutschland, in Europa und überall auf der Welt. Wir sind alle Teile des Leibes Christi. Von dieser weltumspannenden Gemeinschaft möchte ich anderen erzählen und diese besondere Verbundenheit über Länder und Kulturen hinweg erlebbar machen. Gemeinsam sind wir eins - alleine sind wir einsam. Wir brauchen einander. Natürlich gibt es in einer solchen Gemeinschaft auch Konflikte. Konflikte, wie es sie in jeder Familie gibt. Diese gilt es, geschwisterlich auszusprechen, anzusprechen, durchzusprechen und Kompromisse zu finden. Denn der Glaube verbindet uns auch über die vielfältigen Unterschiede hinweg.

Was macht solch eine gelingende Partnerschaft aus? Wie möchten Sie die internationalen Partnerschaften Ihrer Kirche weiterentwickeln?

Eine gelingende Partnerschaft muss von beiden Seiten gewollt und gefördert sein. Der offizielle (Informations-)Austausch und die wechselseitigen Besuche alleine halten eine Partnerschaft nicht zusammen, obwohl sie natürlich ein wichtiger Bestandteil der Partnerschaftsarbeit sind. Aber der Austausch der Herzen, das informelle Gespräch, das gemeinsame Erleben und Nachdenken machen das wechselseitige tiefere Kennenlernen erst möglich. Für die Zukunft suche ich nach weiteren Möglichkeiten, um zusätzlich zu den realen Begegnungen auch vermehrt virtuelle Begegnungen zu ermöglichen. Ich bin überzeugt, dass der direkte Kontakt über soziale Netzwerke und das Internet und der Austausch von Lebens- und Glaubensfrage zwischen einzelnen Gemeindegliedern die Partnerschaftsarbeit - und damit auch jeden und jede von uns - bereichern werden.

Vor welchen Herausforderungen steht Ihrer Meinung nach die weltweite Ökumene und wie wollen Sie diesen in Ihrer Arbeit und mit Ihrer Kirche begegnen?

Herausforderungen gibt es viele. Ein Beispiel sind die sozio-ökonomischen Unterschiede. So leben wir in der Pfalz und auch die Christinnen und Christen in Korea in einer reichen Industrienation, unsere Partner in Ghana und Westpapua hingegen nicht. Hinzu kommen kulturelle Unterschiede und auch unterschiedliche theologische Auslegungen. All das kann zu Konflikten führen. Entscheidend ist für mich, Solidarität und Partnerschaft nicht gegen Unterschiede in der theologischen Auslegung auszuspielen. Das bedeutet auch, viel Zeit in die Kommunikation, in Rück- und Verständnisfragen zu investieren und nicht bei der eigenen (vermeintlich wohlbegründeten) Vorstellung von "Gott und der Welt" zu verharren, sondern die Freiheit zu haben, sich zu verändern und anderen diese Freiheit ebenfalls zuzugestehen. Dafür möchte ich in meiner Arbeit und in meiner Kirche werben und eintreten.

Das Interview führte Corinna Waltz.

Downloads und Links

Termine

05.10.18 , Bad Boll
Indien-Tagung Bad Boll

Die Auswirkung des Klimawandels in Indien  mehr

09.10.18 , Schloss Unteröwisheim, Kraichtal
BMDZ Besinnungstage

Tage der Besinnung für alle, die sich für Mission und Ökumene einsetzen und interessieren mehr