23.06.17 | Aktuelles

„Wir verwandeln Geld in Sinn“

Der Stiftungsrat der EMS bewilligt Projekte zur Unterstützung der Buraku in Japan und der Dalits und Adivasi in Indien
Unterstützung für Dalit und Adivasi

Mit mehr als 12.000 Euro unterstützt die EMS-Stiftung Frauen in Indien. (Foto: EMS/Drescher)

"Die EMS-Stiftung tritt für Menschen ein, die von der Gesellschaft verachtet werden", sagt Landesbischof Frank Otfried July, der Vorsitzend des EMS-Stiftungsrates. Für das Jahr 2017 hat die Stiftung daher zwei Projekte ausgewählt, die sich für die Rechte von Minderheiten einsetzen: Das Buraku-Befreiungszentrum in Japan und Dalit- und Adivasi-Frauengruppen in Südindien. In beiden Ländern ist das Kastendenken noch lange nicht überwunden. Menschen werden ihrer Herkunft wegen diskriminiert. "Das widerspricht unserer christlichen Überzeugung, dass alle Menschen vor Gott gleich sind und gleiche Lebenschancen beanspruchen können", so July.

Die Buraku in Japan stammen aus Familien, die früher verachtete Berufe ausübten - Metzger, Gerber oder Bestatter. "Du bist der reine Abfall", müssen sich noch heute Menschen anhören, wenn andere erfahren, dass sie aus einer Buraku-Familie kommen. Die vereinigte Kirche Christi nimmt das nicht hin. Mit dem Buraku-Befreiungszentrum setzt sie sich für diese Gruppe ein. Mit den 7.300 Euro, die der EMS-Stiftungsrat in seiner Sitzung Ende Juni bewilligt hat, können die Engagierten in Theaterstücken im ganzen Land zum Nachdenken anregen. Sie laden zu Informationsveranstaltungen ein und machen auf tief sitzende, aber falsche Vorurteile aufmerksam.

Über 12.000 Euro lässt die EMS-Stiftung Frauen in Indien zugehen. Sie gehören zu den Kastenlosen, den Dalits, oder zu einem der Stämme der indigenen Bevölkerung, den Adivasi. Diese Frauen stehen auf der untersten Sprosse der gesellschaftlichen Leiter. Nur wenn sie Söhne gebären, haben sie einen Wert. Mit Hilfe der Kirche von Südindien finden sie in Gruppen zusammen und erfahren, welche Rechte sie haben. Sie beginnen, über ihr Leben selbst zu bestimmen, indem sie kleine Spareinlagen zusammenlegen und damit einer nach der anderen ermöglichen, einen Kredit aufzunehmen, um ein Gewerbe zu eröffnen.

"Ich bin von den Projekten der EMS überzeugt", so Landesbischof July. "Es ist erstaunlich, was die internationale Gemeinschaft und ihre Mitglieder in Ghana, Südafrika, dem Libanon, Indien oder Japan für Minderheiten tun. Ich hoffe, dass wir noch viele Zustifterinnen und Zustifter gewinnen, die mit uns gemeinsam Geld in Sinn verwandeln."

Jürgen Reichel

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