26.04.17 | Aktuelles

EMS-Delegation bei Osterfeierlichkeiten in Indonesien

Zum nationalen Großereignis waren in diesem Jahr auch Mitgliedskirchen der internationalen EMS-Gemeinschaft geladen – ein ökumenisches Zeichen im Jahr des Reformationsgedenkens

"Einheit in Vielfalt" ist das Staatsmotto Indonesiens. So waren alle Religionen bei den Nationalen Osterfeierlichkeiten im Nordosten Sulawesis präsent. (Foto: EMS/Reichel)

Von 20. bis 28. April finden in Manado die Nationalen Osterfeierlichkeiten Indonesiens statt. Die gastgebende Kirche in diesem Jahr ist die Evangelische Christliche Kirche in Minahasa (GMIM), wie dieser nordöstliche Zipfel der Insel Sulawesi heißt. Die GMIM mit ihren fast eine Million Mitgliedern ist die Mehrheitskirche in Nordostsulawesi. Mit ihren Gemeinden und Schulen, Radiostationen und öffentlichen Auftritten prägt sie die Kultur in der Region. In der Osterzeit säumen Hunderttausende von Kreuzen die Straßen.

Die Nationalen Osterfeierlichkeiten führen Christen aus allen Teilen der Inselwelt Indonesiens zusammen. Die Regierung richtet sie aus und beauftragt eine der regionalen Kirchen mit der Durchführung. Im Jahr des Reformationsgedenkens wollten GMIM und Regierung ein ökumenisches Zeichen setzen. Und so luden sie die Mitgliedskirchen der EMS und besonders die Partnerkirche der GMIM, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, ein, mit ihnen zu feiern. EMS-Delegierte aus Japan, Ghana, Südafrika und Deutschland sind der Einladung gefolgt, darunter die EMS-Missionsratsmitglieder Godfrey Cunningham (Südafrika) und Toru Akiyama (Japan). Besonders dem Gouverneur von Nordsulawesi, Olly Dondokambey, war die evangelische Präsenz aus Deutschland, Afrika und anderen Teilen Asiens ein Anliegen. Und so ist die EMS-Delegation als Staatsgast mit allen Ehren empfangen und begleitet worden.

Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten war ein Festakt im Stadion von Manado am 22. April. 25.000 Zuschauer erlebten eine szenische Aufführung der Ankunft des ersten Missionars aus Deutschland. Sie lachten, murrten und sangen mit den Schauspielern, wenn die niederländische Kolonialregierung oder die einheimischen Honoratioren die Arbeit des Erfurter Missionars Riedel hindern wollten und beklatschten begeistert die schelmische Frau des Missionars, die sich als Einheimische längst Zugang in die Häuser verschafft hatte.

Die große Bedeutung der christlichen Kirchen mit ihren 30 Millionen Mitgliedern unterstrich auch der muslimische Vizepräsident Indonesiens, Dr. Jusuf Kalla: Indonesien sei ein Land, das in seiner Vielfältigkeit eins sei. Jede der Religionen gehöre gleichberechtigt in das große Mosaik. Aufgabe Aller sei es, für harmonische Beziehungen Sorge zu tragen. Deutliche Worte an die radikalen Kräfte, die eben die Wiederwahl des christlichen Bürgermeisters von Jakarta verhindert haben, indem sie die Religionskarte ausspielten.

Bei allen Veranstaltungen bat die Regierung die EMS um eine Ansprache, sei es im Eröffnungsgottesdienst, beim Festakt im Stadion oder bei der Jugendbegegnung mit 50.000 jungen Menschen aus der Jugendarbeit der Minahasa-Kirche.

Jürgen Reichel

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