27.02.17 | Aktuelles, Drei Fragen an

Drei Fragen an...

Godfrey Cunningham, den neuen Präsidenten der Evangelischen Brüder-Unität in Südafrika
Pfarrer Godfrey Cunningham

Mit seiner Kirche will Godfrey Cunningham die sozialen Probleme in der Gesellschaft Südafrikas angehen. (Foto: EMS/Lohnes)

Seit 2011 ist Godfrey Cunningham Pfarrer der Elim Gemeinde südöstlich von Kapstadt, seine Frau Lesinda leitet das dortige Elim Home, ein Heim für Kinder und junge Erwachsene mit Behinderung. Zuvor waren die Cunninghams Ökumenische Mitarbeiter in der Evangelischen Landeskirche in Baden. Im Oktober 2016 wurde Godfrey Cunningham zum Präsidenten der Evangelischen Brüder-Unität in Südafrika (MCSA) gewählt. Im Interview erzählt er von seinem neuen Amt und den Herausforderungen der Kirche.

Welche Aufgaben liegen in den ersten Monaten als Präsident der MCSA vor Ihnen?

Die Evangelische Brüder-Unität in Südafrika steht vor vielen schwierigen Herausforderungen. Ihre finanzielle Situation ist kritisch, der Haushalt muss neu strukturiert werden. Gemeinsam mit unseren Geschwistern der Herrnhuter Brüdergemeine und der EMS sind wir jetzt aber auf einem guten Weg.

Eine weitere Herausforderung betrifft die Vision und die Mission unserer Kirche. Unser Motto lautet "Zurück zu den Wurzeln". Wir möchten, dass die Menschen unsere Kirche kennen, weil wir das Evangelium in die Welt tragen und weil wir soziale Probleme in unserem Land ansprechen. Und es gibt viele soziale Probleme! Wir möchten die laufenden Arbeiten der MCSA stärken, wie zum Beispiel das Elim Home oder Programme, die von den lokalen Gemeinden durchgeführt werden. Und wir wollen die Gemeinden als Provinzverwaltung dabei unterstützen, wo wir können.

Wie sieht die Entwicklung der Gemeinden in der MCSA aus?

Die Gemeinden in den abgelegenen Gebieten - vor allem in den Missionsstationen - haben einen hohen Anteil an alten Menschen und an Kindern. Die Menschen, die zur mittleren, berufstätigen Generation gehören, ziehen in die Städte, denn dort gibt es bessere Verdienstmöglichkeiten. Sie kommen meistens an den Wochenenden nach Hause, manchmal aber auch nur zwei- oder dreimal im Jahr, wenn sie in größerer Entfernung wohnen. In der Zwischenzeit kümmern sich die Großeltern um die Kinder. Wenn die Eltern in den Ruhestand gehen, kehren sie in ihre Missionsstationen zurück.

In den städtischen Gemeinden haben wir Strategien entwickelt, um die Jugend besser zu integrieren. Deshalb ist in manchen Gemeinden die Jugendarbeit sehr aktiv und stark mit der Gemeindearbeit vernetzt.

Auf welche Herausforderungen stoßen Sie, wenn es darum geht, die Jugend in die Gemeinden zu integrieren?

Wir sind eine traditionelle Kirche und unsere Gottesdienste sind in der Regel sehr traditionell, doch das ändert sich momentan. Es gibt mehr Gottesdienste mit Lobpreisung und Anbetung in unseren Kirchen, denn den jungen Menschen gefällt diese Art von Gottesdienst. Auf nationaler Ebene funktionieren unsere Strukturen noch nicht so gut, aber auf lokaler Ebene engagiert sich unsere Jugend bei vielen Programmen und Projekten.

Das Interview führte Regina Karasch-Böttcher.

Termine

23.09.17 , Das Offene Haus, Evangelisches Forum Darmstadt, Rheinstraße 31, 64283 Darmstadt
Südafrika-Seminar 2017

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29.09.17 , Bad Boll
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