29.05.17 | Aktuelles, Drei Fragen an

Drei Fragen an...

Cora-Marlen Jess, die als Nord-Süd-Freiwillige in Japan war

Cora-Marlen Jess nahm zum ersten Mal an einem Jugendnetzwerktreffen der EMS teil. (Foto: Joel Atum Velimsky)

Als Nord-Süd-Freiwillige der EMS verbrachte Cora-Marlen Jess sechs Monate in Japan. Im Mai 2017 nahm sie zum ersten Mal an einem Jugendnetzwerktreffen der EMS in Spangenberg teil. Im Interview mit der EMS teilt Cora ihre Eindrücke des Netzwerktreffens und spricht über die Herausforderungen von jungen Menschen in verschiedenen Teilen der Welt.

Wie sehen Sie das EMS-Jugendnetzwerk? Warum wollten Sie am Netzwerktreffen teilnehmen?

Ich habe mich entschlossen, an dem Treffen teilzunehmen, weil ich mehr darüber erfahren wollte, was das EMS-Jugendnetzwerk ist und was die Jugendlichen dort machen. Ich hoffe, dass das Jugendnetzwerk eine Möglichkeit ist, sich mit jungen Menschen aus Deutschland und anderen Ländern auszutauschen. Das ist für mich sehr wichtig, denn ich habe wenige Freunde, die Erfahrungen als Freiwillige im Ausland gemacht haben wie ich. Deshalb ist es toll, andere junge Leute zu treffen, mit denen ich mich darüber unterhalten kann, die mich verstehen und ähnliche Ziele haben, die sie erreichen wollen.

Außerdem habe ich an dem Treffen teilgenommen, da ich möchte, dass sich Freiwillige aus anderen Ländern in Deutschland zuhause fühlen. Sie sollen wissen, dass es Menschen gibt, die sich um sie kümmern und auf die sie sich verlassen können. Sie können mit uns reden und uns alle Fragen stellen, die sie haben.

Was ist Ihre Hoffnung für das Jugendnetzwerk und was ist Ihre Botschaft an die EMS-Jugend?

Ich hoffe, dass noch viele weitere junge Menschen sich beim Jugendnetzwerk der EMS engagieren. Manchmal ist es schwer, alle Interessierten zu erreichen, denn viele sind sehr beschäftigt und haben kaum Zeit sich zu engagieren.

Meine Botschaft an die Jugendlichen in den EMS-Kirchen wäre, dass wir uns gegenseitig bei vielen Dingen helfen können: Zum Beispiel in Sachen Bildung, Freundschaft und im Teilen von Erfahrungen. Es ist wichtig, dass wir uns gegenseitig helfen, voneinander lernen und uns unterstützen und dass Andere von unserer Arbeit profitieren können. Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit, dass die Älteren ihre Erfahrungen und ihr Wissen an die Jüngeren weitergeben.

Was denken Sie sind die Herausforderungen der Jugend in der heutigen Welt?

Ich denke, eines der Probleme, vor denen die Jugendlichen weltweit stehen, ist Bildung. Es ist schwer, dafür ein Beispiel zu geben, denn die Herausforderungen unterscheiden sich von Land zu Land. Doch ich versuche es mit einem Vergleich:

In Deutschland ist das Bildungslevel sehr hoch. Doch meiner Meinung nach, lernen die Kinder dort nicht genug, wie sie in der Welt "überleben", wie ein Haushalt geführt wird oder wie man sich gegenseitig behandelt. Außerdem sollten sie mehr über Politik, Ökonomie und kulturelle Aspekte lernen. Auch wenn sie viel über Mathematik oder Naturwissenschaften wissen, sind die meisten deutschen Jugendlichen aus meiner Sicht nicht darauf vorbereitet, was in der Welt passiert und wie man eigenständig lebt.

In anderen Ländern können viele Kinder nicht mal schreiben oder lesen. Die Schulsysteme müssten verbessert werden und die Lehrerinnen und Lehrer sollten die verschiedenen Arten des Unterrichtens kennenlernen. Manchmal kommen Menschen aus anderen Ländern und erzählen ihnen, wie sie lehren sollten, aber ich finde, dass sollte jeder für sich selbst herausfinden. Außerdem haben viele Kinder keine Möglichkeit, eine Schule zu besuchen, weil sie zu weit weg leben oder zu Hause helfen müssen. Dafür wissen die Kinder, wie man einen Haushalt führt, füreinander da ist oder was es zum Überleben braucht.

Das sind zwei extreme Beispiele. Aber warum nehmen wir nicht aus allen Ländern die besten Ideen und Methoden und vereinen sie? Das fände ich gut. Und dafür müssen wir Ideen austauschen und voneinander lernen, sodass jedes Land den besten Weg zu einer guten Bildung finden kann.

Das Interview führte Mega Kamase Sambo.

Downloads und Links

Termine

23.02.19 , ejw Stuttgart
Afrika Tag 2019

Afrika - ein Fass ohne Boden?! mehr