29.09.17 | Aktuelles

Neun an einem Tisch

Zum ersten Mal fand das jährliche Regionalforum der neun indonesischen EMS-Mitgliedskirchen in der Toraja Mamasa Kirche statt

In Mamasa werden Gäste mit traditioneller Musik und Tänzen empfangen. (Foto: EMS/Heiligers)

Aus ganz Indonesien reisten die Kirchenleitenden nach Mamasa und nahmen damit eine neunstündige Fahrt vom internationalen Flughafen in Makassar ins Bergland auf sich. Doch wie EMS-Verbindungsreferent für Indonesien, Hans Heinrich, zu berichten wusste, ist die Straße nach Mamasa viel besser als früher. “Vor ein paar Jahren dauerte es noch 12 bis 14 Stunden mit dem Jeep. Das Hochland war eine sehr abgelegene Region”, sagt er und erinnert sich an die Zeit, als er noch mit seiner Familie hier lebte.

In Mamasa werden die indonesischen Kirchenleitenden und die Delegierten der EMS mit einer traditionellen Musik- und Tanzaufführung empfangen. Auch der Stellvertreter des Landrats, Aspar Nuryadin, nimmt am Eröffnungsgottesdienst teil und dankt allen für ihr Kommen. Er ermutigt die Teilnehmenden dazu, sich über die wachsenden Spannungen zwischen Christen und Muslimen auszutauschen, die in manchen Regionen Indonesiens spürbar sind. So auch vor und nach der Gouverneurswahl in Jakarta. Er fragt, was die Kirchen tun können, um solche Auseinandersetzungen auf Sulawesi zu verhindern. „In Toraja und Toraja Mamasa leben Menschen zweier Religionen friedlich zusammen und respektieren sich gegenseitig. Das könnte ein Vorbild für andere Regionen Indonesiens sein“, sagt der Muslim. Er hoffe, dass die Toleranz in der Region erhalten bleibe und die Menschen nicht von Falschmeldungen und der Intoleranz in den sozialen Medien beeinflusst werden.

Auch Hengky Gunawan Tupalangi, der Bischof der Toraja Mamasa Kirche, heißt die Gäste willkommen. Er freut sich auf fruchtbare Diskussionen und einen regen Austausch in den kommenden Tagen. Während des Regionalforums sprechen die Kirchenleitenden nicht nur über aktuelle Geschehnisse und Herausforderungen in ihren Kirchen, sondern beraten auch die Resultate des letzten EMS-Missionsrats und stellen Fragen wie „Welche Unterstützung brauchen wir von der EMS?“ oder „Welche gemeinsamen Themen sind sowohl für die indonesischen Kirchen als auch für die weltweite EMS-Gemeinschaft wichtig?“.

Die neun Mitgliedskirchen der EMS möchten außerdem die Kindergottesdienst-Arbeit stärken und intensivieren. Die Zukunft der Kirche seien die Kinder, sind sie überzeugt. Deshalb wollen sie ihre Ressourcen bündeln, das bestehende Material für die Kindergottesdienste sichten und teilen und danach entscheiden, was fehlt und noch produziert werden muss, um einen attraktiven Kindergottesdienst für die Jüngsten anzubieten.

Gefüllte Tage liegen vor den Teilnehmenden des Regionalforums, bevor sie alle nach Hause zurückkehren - über die holperige aber dennoch befahrbare Straße.

Elisa Heiligers

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