06.04.18 | Aktuelles, Projekt des Monats

Brennpunkt Nigeria – Umfassende Hilfsmaßnahmen vor Ort

Das Projekt des Monats April kommt aus Nigeria
Geflüchtete Frauen und Kinder in Nigeria.

In Nigeria sind vor allem Frauen und Kinder von Ausbeutung und sexueller Gewalt durch Boko Haram betroffen. (Foto: BMDZ)

Mit der Entführung von 110 Schulmädchen machte die Terrororganisation Boko Haram im März 2018 erneut weltweit Schlagzeilen. Neun Jahre nach Beginn ihres Aufstands nutzen die Extremisten Selbstmordanschläge und die Entführung und den Missbrauch von Mädchen und Frauen weiterhin als strategische Kriegsführung. Mit dieser Taktik schüren sie großes Misstrauen und Unsicherheit in der Bevölkerung. Obwohl sich die Lage im Nordosten Nigerias in den letzten Monaten etwas entspannt hat, ist die Angst unter den Menschen immer noch groß. 1,6 Millionen Binnenflüchtlinge warten weiterhin darauf, in ihre Heimat zurückzukehren.

Seit 2014 begleitet und betreut die Kirche der Geschwister in Nigeria (EYN) die Menschen vor Ort. Die Basler Mission - Deutscher Zweig (BMDZ) und Mission 21 (M21) unterstützen das Nothilfeprogramm, das mit seinen umfassenden Maßnahmen den Opfern von Boko Haram große Hilfe leistet. Vor allem Kinder und Frauen sind schwer traumatisiert. Sie sind Opfer von sexueller Gewalt, Hunger und Ausbeutung. Viele von ihnen mussten dabei zusehen, wie Boko Haram ihre Familienangehörige brutal ermordete. Aus diesem Grund fokussieren sich zahlreiche Nothilfemaßnahmen auf Frauen und Kinder: 2017 verschaffte die EYN 425 betroffenen Kindern Zugang zu Bildung, indem die Kirche das Schulmaterial der Kinder stellte und ihr Schulgeld zahlte. Witwen und vom Konflikt betroffene Frauen erhalten Kurse, um ihre handwerklichen Fertigkeiten zu schulen. Nach dieser Ausbildung sind sie in der Lage, ein Kleinstunternehmen zu gründen und ihr eigenes Geld zu verdienen.

Darüber hinaus erhalten Betroffene psychosoziale Begleitung durch Mitarbeitende der EYN, um die traumatisierenden Erlebnisse zu verarbeiten. Für Menschen, die nicht mehr in ihre Heimatorte zurückkehren können, baut die Kirche neue Wohnsiedlungen. Rückkehrer werden beim Wiederaufbau unterstützt. Für die Kirche ist dabei immer wichtig, dass sie sowohl betroffenen Christen als auch Muslimen beisteht und so auch zur Friedensförderung im Land beiträgt.

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Termine

13.10.18 , Tagungsstätte, Vogelsangstr. 66a, 70197 Stuttgart
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