13.03.18 | Aktuelles, Projekt des Monats

Brücken bauen, wo andere Gräben ziehen

Das Projekt des Monats März kommt aus dem Nahen Osten
Kinder an der Schneller-Schule

Gegenseitiger Respekt und ein friedliches Miteinander: Zwei der wichtigsten Bildungsziele an den Schneller-Schulen. (Foto: Waltz/EMS)

Die kleine Hiba stammt aus Arsal, einem kleinen Dorf im Nordosten des Libanon. 2014 war das Dorf während des syrischen Bürgerkrieges Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen syrischen Rebellen und dem libanesischen Militär. Die Eltern von Hiba fürchteten um das Leben ihrer fünf Kinder. "Es ist nur für kurze Zeit", sagten sie, als sie nach Süden in die Bekaa-Ebene flohen. Doch drei Jahre später ist die Familie immer noch nicht nach Hause zurückgekehrt. Bis heute leidet Hiba unter den Erlebnissen und der Flucht aus Arsal. Sie und viele andere Kinder im Nahen Osten sind durch die gewalttätigen Auseinandersetzungen der letzten Jahre massiv traumatisiert.

Hiba und ihre Geschwister hatten Glück. Sie dürfen die Johann-Ludwig-Schneller Schule in der Bekaa-Ebene besuchen und erhalten dort kostenlosen Unterricht, warme Mahlzeiten und Unterrichtsmaterialien. Außerdem verarbeiten die Kinder mit einer Schulpsychologin ihre traumatischen Erlebnisse. Heute hat Hiba nur noch selten Angstattacken, und ist ein unbeschwertes und fröhliches Kind.

Wertvolle Arbeit im Krisengebiet

Uwe Gräbe, Geschäftsführer EVS und Nahost-Verbindungsreferent der EMS, überzeugt sich mindestens zweimal im Jahr von der wertvollen Arbeit der Schneller-Schulen in Jordanien und dem Libanon, und freut sich über die Entwicklungssprünge der Kinder. "Seit fast sechs Jahren begleite ich die Schneller-Schulen bei ihrer Arbeit", sagt Uwe Gräbe. "Ich kümmere mich um Finanzen und inhaltliche Projekte. Bei meinen Besuchen überzeuge ich mich selbst immer wieder davon, wie viel Gutes dort bewirkt wird."

Die Schneller-Schulen in Jordanien und im Libanon bauen Brücken, wo andere tiefe Gräben ziehen: Christliche, muslimische und drusische Kinder, sowohl Mädchen als auch Jungen, besuchen die Schulen. Sie leben gemeinsam im Internat und machen Seite an Seite eine Berufsausbildung. Im normalen Alltag lernen sie, was den jeweils anderen Religionen wichtig ist, woran sie glauben und welche Feste sie feiern. Sie entdecken Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten. So wächst auf natürliche Weise gegenseitiger Respekt und Freundschaft.

Termine

13.10.18 , Tagungsstätte, Vogelsangstr. 66a, 70197 Stuttgart
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