15.06.18 | Aktuelles

Grußwort von EMS-Generalsekretär Jürgen Reichel zur Synode von Mission 21

„Können Sie sich vorstellen, was es auf mich als indigene Frau für einen Eindruck gemacht hatte, als ich entdeckte, dass Jesus das Leben eines unterprivilegierten Jugendlichen führte? Jesus trug den Stempel „Randgruppenzugehöriger“, weil Gott ihm diesen mit seiner Geburt gegeben hatte. Wie unfassbar, dass der allmächtige und allwissende Gott des Universums absichtlich entschied, in Form eines hilflosen Kindes mitten in einer Tierherde zur Welt zu kommen und dieses Ereignis als erstes von Hirten und Ausländern wahrgenommen wird“ hat Adi Mariana Waqa, eine junge Frau von den Fiji – Inseln der „Konferenz für Weltmission und Evangelisation“ vorgetragen, die der Ökumenische Rat der Kirchen vom 7. – 13. März in Arusha zusammengerufen hat.

1.024 Teilnehmende haben die Organisatoren gezählt, die größte Versammlung des ÖRK. Mission 21 und die EMS waren mit ihren Delegierten und Gästegruppen dabei. Im Vorfeld haben wir uns gut abgestimmt, und ich kann sagen, dass wir uns sehr gefreut haben, dass Du, liebe Claudia, uns im Namen von M 21 frühzeitig eingeladen hat, dass wir uns Eurer Delegation anschließen. Letztlich mussten wir uns entscheiden, ob wir mit M 21 oder der deutschen Kirchen- und Missionsfamilie teilnehmen, und da die EKD die deutsche Delegation aus den Vorschlägen unserer deutschen Mitgliedskirchen in Hessen-Nassau, Kurhessen-Waldeck, der Pfalz, Baden und Württemberg zusammenstellte, taten wir gut daran, uns in der deutschen Delegation zu bewegen, in der es zahlreiche Querbezüge gibt. Es war aber willkommen und passend, dass die BMDZ sich Euch angeschlossen hat, sodass wir in beide Richtungen vernetzt waren – wie es der Tradition der EMS entspricht.

Auch an anderer Stelle ist es uns hervorragend gelungen, im Interesse der Partner und letztlich der Menschen, denen unsere Arbeit zugutekommen soll, zusammenzuspielen: Als M 21 nach einer neuen Entführungswelle im März in Nordnigeria die Aufmerksamkeit auf das Trauma -  Projekt in Nigeria lenken wollte, haben M 21, BMDZ und EMS gemeinsam gehandelt. Die BMDZ konnte rasch in der württembergischen Landeskirche mobilisieren. Die Kirchen in Baden, Hessen-Nassau und der Pfalz wiederum haben ohne Zögern Werbung für das M 21 – Projekt zugesagt, wollten aber von der EMS angesprochen werden. Es sind in der Zukunft auch andere Varianten des Zusammenwirkens denkbar, wichtig ist: Kommunikation und Zusammenarbeit haben geklappt, und zwar schnell. Wir waren beeindruckt von der guten Information, die uns M 21 zur Verfügung stellen konnte.

Das Grußwort habe ich mit einem Zitat aus der Weltmissionskonferenz begonnen. Das, was diese Konferenz geprägt hat, waren die Geschichten und Zeugnisse junger Menschen, von Frauen, von Kriegsflüchtlingen und aus den wenig beachteten Regionen dieser Erde. Wir haben mit ihnen nachbuchstabiert, was „Mission von den Rändern“ bedeutet. Wir verstehen das Evangelium besser, wenn Menschen, die sich wie Jesus an den Rändern bewegte, entdecken, dass die Mission Gottes sie bemächtigt, seine Zeugen und Zeuginnen zu sein. Die Mission Gottes greift „von den Rändern“ auf uns über. Sie lehrt uns zu verstehen, dass seine Kraft in den Schwachen mächtig ist. Sie hilft uns dabei, uns ohne Zögern an die Seite derer zu stellen, die arm und ausgegrenzt sind.

Deshalb habe ich die beiden Beispiele aus unserer Zusammenarbeit gewählt: Es geht nicht um das Prestige unserer Einrichtungen, sondern ob wir tun, was Gottes Mission von den Rändern uns aufträgt. Wir sind dienstbar. Wir sind schwach – und werden in säkularen Gesellschaften eher schwächer werden – aber in dieser Schwäche wächst auch der Klarheit, mit der wir Christus unter den Benachteiligten erkennen, und der Wille zur Solidarität.

Und deshalb zitiere ich diese großartige junge Frau, Ada Mariana Waqa, hier noch einmal, die uns ermuntert hat: „Deshalb ergeht heute ein revolutionärer Ruf an die christliche Mission, dass wir – die Kirche Christi zu der wir gehören – es in einer Ära der Informationstechnik und Globalisierung, in der ein exzessives Konsumverhalten und ein weitverbreiteter Hedonismus die Strukturen stärken, die das Unrecht von Gier, Gewalt und Unterdrückung hervorbringen, es uns nicht länger leisten können, die prophetische Stimme zu ignorieren, die von den Rändern ausgeht. Die Kirche muss vorangehen gegen das Abdrängen der Ränder auf Alibi-Agenden, die nur dem Mainstream dienen und sie muss gleichzeitig das Potential der Ränder sehen, Instrument der Guten Nachricht für einen positiven Veränderungsprozess zu sein.“

Dazu wollen wir gerne weiter mit Ihnen zusammenwirken!

Pfr. Jürgen Reichel
Generalsekretär EMS

Mehr Infos: www.mission-21.org/wer-wir-sind/missionssynode-2018/

 

 

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