15.08.18 | Aktuelles, Drei Fragen an

Drei Fragen an...

Dekan i.R. Gotthilf Baumann
Gotthilf Baumann

Dekan i.R. Gotthilf Baumann, Balingen, ist nun schon seit 50 Jahren Mitglied in der DOAM und hat viele Jahre in deren Vorstand mitgewirkt. Er erzählt in einem Interview davon, was ihm diese Mitgliedschaft bedeutet. Die Fragen stellte Lutz Drescher, Vorsitzender der DOAM.

Gotthilf, zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zu 50 Jahren Mitgliedschaft in der DOAM. Wie bist Du zur DOAM gekommen?

1968 hat mich mein ehemaliger Studienleiter im Seminar für Spätberufene, Dietmar Rosenkranz, zur Mitarbeit in der DOAM überredet. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Was wäre mir ohne DOAM nicht alles entgangen an Begegnungen mit Menschen, die ich sonst nie kennengelernt hätte, an Anregungen zum Nachdenken über Missionstheologie, die Religionen in Ostasien, das Christ- und Kirche-Sein in den verschiedensten politischen Gegebenheiten und Zeiten, an Erlebnissen bei Veranstaltungen im Land und auf den verschiedensten Reisen und vieles mehr. Das alles hat meinem Leben einen inhaltlichen Reichtum und eine Horizonterweiterung der besonderen Art geschenkt. Dafür bin ich von Herzen dankbar.

Was waren für Dich Höhepunkte in den letzten 50 Jahren?

Die Gründung des EMS 1972, in dessen Synode und Finanzausschuss ich später Mitglied war, gehörte zu den Höhepunkten und dann auch das Erleben in der WAW (Württembergische Arbeitsgemeinschaft für Weltmission), deren 2. Vorsitzender und viele Jahre Mitglied im Vorstand ich sein durfte. Beide, EMS und WAW, gaben und geben mit ihrer Arbeit Zeugnis davon, dass trotz eigenständiger Missionstheologie der einzelnen Missionsgesellschaften der Missionsauftrag als gemeinsame Sache zu sehen ist und wahrgenommen werden kann.

Höhepunkte gab es viele. So die Reisen nach Korea, China, Japan. Ein Höhepunkt aus den Reisen sei genannt: Es war 1983 auf der Korea-Reise mit dem EMS und Dr. Winfried Glüer. Korea wurde von einer gnadenlosen Diktatur regiert. Bis heute freue ich mich, dass ich auf dieser Reise bei der Einsegnung der ersten Diakonissen durch Prof. Ahn, die die Arbeit von Frau Dr. Yoo im Sanatorium für Tbc-erkrankte Menschen in der Diakonia Schwesternschaft in Mokpo weitergeführt haben, dabei sein konnte.

Höhepunkte waren die Studienwochen. Dass diese als Deutschland noch getrennt war meistens in der ehemaligen DDR stattfanden, war damals etwas ganz Besonderes. Die Begegnungen, das gemeinsame Nachdenken über den Auftrag der Mission waren wertvoll. Ein besonderes Erlebnis war nach der Wiedervereinigung dann 1992 die Zusammenführung der DOAM im Bereich der DDR und der BRD in Erfurt. Jedem der dabei war werden diese Stunden zeitlebens im Gedächtnis bleiben. Höhepunkte waren auch die Symposien zu aktuellen Themen, z.B. das Symposium 2000 in Japan zum Thema "Die Verantwortung der Kirchen für Wahrheit, Versöhnung und Frieden in Korea, Japan und Deutschland". Ein persönlicher Höhepunkt war, als Nachfolger von Dietmar Rosenkranz von OKR Arnold als 1. Vorsitzender des Arbeitskreis Ostasien (DOAM Württemberg) eingeführt zu werden.

Worin siehst Du die besondere Bedeutung der DOAM?

In der Vorbereitung auf eine Reise nach China und dem Kennenlernen der Arbeit des Tomisaka-Centers in Tokio, wurde mir deutlich, dass zum Besonderen der DOAM das Hören auf die Gegebenheiten vor Ort und das Hören auf die Menschen gehört, ihr Denken, ihr traditionelles Eingebunden sein in religiöse Überzeugungen und gesellschaftliche Vorstellungen, als Voraussetzung zum Verstehen und Lieben der Menschen, damit sie die frohe Botschaft von Jesus Christus glaubwürdig erfahren und erleben können durch Wort und Tat. Ein besonderes Beispiel missionarischer Tätigkeit gab die DOAM, unter Federführung von Paul Schneiss, mit dem Loslassen vom Besitz des Tomisaka-Center Tokio und der Übergabe in japanische Verantwortung.

Hast Du einen Wunsch für oder an die DOAM?

Es mögen immer Menschen bereit sein, mit ihren Gaben - unter dem Dach des EMS und im DOAM-Arbeitskreis Ostasien in der WAW - das missionarische Anliegen der DOAM sich zu-eigen zu machen und dafür ihre Fantasie, Kraft und Zeit im Vertrauen auf den Segen Gottes einzusetzen.

Gotthilf Baumann, im Juli 2018

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