20.03.18 | Aktuelles, News

Afrika-Tag in der EMS-Geschäftsstelle

Afrika und Europa – Neue Partnerschaft für Entwicklung, Frieden und Zukunft
Zuhörer versammeln sich im Raum

(Foto: Walter Wolf/EJW)

Ein Marshallplan mit Afrika – Unter diesem Motto fand am 17.03.2018 in der EMS-Geschäftsstelle ein Afrika-Tag statt. Die Veranstaltung wurde vom EJW-Weltdienst und von der Basler Mission - Deutscher Zweig (BMDZ) gemeinsam angeboten. Die Referenten Joy Alemazung und Gisela Schneider fesselten die Zuhörer mit ihren Vorträgen und luden zum kritischen Betrachten der Thesen ein.

Partnerschaft mit Füßen, Herzen und Händen
Mit einem geistlichen Impuls zum Auftakt der Veranstaltung erinnert Pfarrer Johannes Stahl daran, dass nur in der Bewegung von Füßen, Herzen und Händen Veränderung geschieht. Damit ein Marshallplan mit Afrika keine „verkopfte Kampagne“ bleibt, brauche es Menschen, denen das Herz brennt.

Zunftsvertrag zwischen den Kontinenten
Was hat das mit mir zu tun? Wie kann ich das für meine Arbeit nutzen? So beginnt Joy Alemazung von Engagement Global sein Impulsreferat, in dem er die Thesen des „Marshallplans mit Afrika“ vorstellt und zugleich kritisch hinterfragt. Schon der Vergleich mit dem 1947 aufgelegten wirtschaftlichen Wiederaufbauprogramm der USA für Europa sei ungenau. Marshallplan sei nur ein Untertitel, so Alemazung. Es gehe im Kern um eine neue Partnerschaft zwischen Europa und Afrika. Es gehe um Entwicklung, Frieden, echte Unabhängigkeit und Gerechtigkeit, Gesundheit, Bildung und Beschäftigung für die rasant wachsende Bevölkerung Afrikas.

Vision für die kommenden Jahrzehnte
Dass der Marshallplan mit Afrika in Berlin verfasst wurde und nicht in Addis Abeba, sei zweitrangig. Wichtig sei, was drinstehe, nicht wer ihn geschrieben habe. In einer „Agenda 2063“ haben die Länder der afrikanischen Union eine gemeinsame Vision für die Entwicklung Afrikas in den nächsten 50 Jahren verabschiedet. Der Marshallplan mit Afrika könne dazu beitragen, diese Ziele zu erreichen. Allerdings, räumt Alemazung ein, sei es schon eine große Herausforderung für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMDZ), die anderen Ressorts (insbesondere Außen-, Wirtschafts- und Finanzministerium) zu überzeugen, den Marshallplan umzusetzen. Zudem gehe es ja eigentlich um einen Zukunftsvertrag zwischen Europa und Afrika, und nicht zwischen Deutschland und Afrika.

Grenzen sichern – ein Marshallplan der Angst?
In ihrer Antwort auf das Referat von Joy Alemazung kritisiert Gisela Schneider, Direktorin des Deutschen Instituts für ärztliche Mission (Difäm), zunächst den Auslöser der Idee für den Marshallplan: Dahinter stecke die Angst vor der neuen Migration aus Afrika nach Europa. Entwicklungszusammenarbeit würde instrumentalisiert, um die „Festung Europa“ zu sichern. Es brauche mehr als nur einen Marshallplan, um den Chancenkontinent Afrika zu fördern. Afrika brauche keine Hilfe, sondern gute, transparente (lokale und internationale) Strukturen. Afrika braucht Wertschöpfung statt Ausbeutung seiner enormen menschlichen und natürlichen Ressourcen. Afrika müsse für sich selbst sprechen und seine Ziele selber definieren können. Die Möglichkeiten der Einflussnahme durch Zivilgesellschaften würden oft unterschätzt. Den Kirchen in Afrika misst Schneider in diesem Zusammenhang eine bedeutende Rolle zu.

Talkrunde und Länderworkshops
In einer abschließenden Talkrunde mit den Gastrednern und Dr. Augustine Mofor von der Stuttgarter Gemeinde der Presbyterian Church in Cameroon (PCC) als weiterem Gast wurden Rückfragen aus dem Publikum beantwortet. Dabei wurde festgestellt, dass Begriffe wie Entwicklung, Partnerschaft, Nachhaltigkeit oder Good Governance oft mehrdeutig oder klischeebehaftet sind und von Partnern in der Entwicklungszusammenarbeit jeweils auf beiden Seiten klar definiert sein sollten.  Nach dem Mittagessen standen fünf Länderworkshops mit Informationen aus Kamerun, Nigeria, Sudan, Südsudan und Westafrika (Liberia, Guinea, Sierra Leone) auf dem Programm. Hier wurde die Arbeit der Partner des EJW-Weltdienstes und der Basler Mission - Deutscher Zweig und des Difäm vorgestellt. Gisela Schneider berichtete sehr eindrücklich über den Verlauf und die Überwindung der Ebola Krise in der Mano River Region 2014.

Walter Wolf, Evangelisches Jugendwerk in Württemberg (EJW)

Downloads und Links

Termine

21.09.18 , Karlsruhe
9. Internationaler Gospelkirchentag in Karlsruhe

Auf 25 Bühnen präsentieren rund 90 Chöre die Vielfalt des Gospel mehr

05.10.18 , Bad Boll
Indien-Tagung Bad Boll

Die Auswirkung des Klimawandels in Indien  mehr