21.06.18 | Aktuelles

Suzan Mark spricht über Flucht und Diskriminierung

Frauenrechtlerin aus Nigeria zu Besuch in Deutschland

Die nigerianische Theologin Suzan Mark spricht zu den Menschen in Württemberg über die besonderen Probleme in ihrer Heimat: Flucht und Diskriminierung. Die Basler Mission – Deutscher Zweig (BMDZ) hat mehrere Veranstaltungen im Südwesten organisiert, der erste Vortrag war in Stuttgart bei der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS), zu dessen 28 Mitgliedern die BMDZ gehört.

Rund 2,5 Mio. Menschen im Nordosten Nigerias mussten vor der Terrorgruppe Boko Haram fliehen, darunter auch Mark selbst, die seit vielen Jahren als Frauenrechtlerin in der Kirche der Geschwister in Nigeria (EYN – Ekklesiyar Yan’uwa a Nigeria) arbeitet. „Die Männer werden getötet oder können schnell fliehen“, erzählt die Mutter von sieben Kindern dem gespenstisch ruhigen Publikum, „Wir Frauen sind schon dadurch langsamer, weil wir auch die Kinder in Sicherheit bringen.“ Damit beschreibt sie auch ein Dilemma in der nigerianischen Gesellschaft, von der sie sich wünscht, „dass die Männer mehr zu ihren Familien stehen.“

Viel zu oft allein gelassen landen viele Frauen nach der Flucht an fremden Orten, denn Nigeria ist groß und die kulturellen sowie sprachlichen Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen fast unüberbrückbar. „Es hilft der Glaube, die Gemeinschaft in der Kirche. Hier kann man Menschen finden, die diese Situation nicht ausnutzen wollen.“ Oft müssen die Frauen dann ganz ohne ihre Männer, die Kinder ohne ihre Väter auskommen: Mehr als 360.000 Witwen zählt die EYN zu ihren insgesamt 2,2 Mio. Mitgliedern, hinzu kommen nochmals rund 700.000 Waisen, die mindestens ihre Väter, oft aber auch beide Eltern verloren haben.

Suzan Mark leitet das Frauenpfarramt der EYN und kümmert sich um Frauenförderung, Intermediation und besonders um Trauma-Verarbeitung. Dies ist wichtig, da viele Frauen vor oder auf ihrer Flucht vergewaltigt wurden, darüber hinaus ihre Männer oder einige ihrer Kinder verloren haben. Dabei helfen ihr drei Dinge: Ihre eigenen Erfahrungen als Flüchtling innerhalb Nigerias, ihre Einbindung und Stellung in der Kirche sowie ganz besonders ihr Glaube.

Ansprechpartner:  Johannes Stahl, Referent für Gemeinde- und Partnerschaftsarbeit bei der Basler Mission – Deutscher Zweig, jstahl@dont-want-spam.ems-online.org, +49 711 636 78-25

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