02.07.19 | Aktuelles, Projekt des Monats

Von Erfolgen und neuen Herausforderungen

Das Projekt des Monats Juli kommt aus Syrien

Schnelle Hilfe bekamen die Menschen im Flüchtlingslager Al-Marj durch die Johann-Ludwig-Schneller Schule. (Foto: EMS/EVS)

Krieg und Leid dauern in Syrien bereits viel zu lange - die meisten Kinder im Land kennen die Bedeutung von Frieden und Sicherheit inzwischen nur noch aus Erzählungen. Ein Großteil Syriens liegt in Trümmern, der Weg zur Normalität ist noch weit. Doch die Hoffnung auf eine bessere, friedlichere Zukunft ist da.

Über sechs Jahre fanden in einem kleinen Dorf namens Kafroun hunderte syrische Mädchen und Jungen mit ihren Familien Zuflucht. Mit viel Engagement kümmerte sich das Team der Vorschul-Einrichtung um seine Schützlinge. Die Kinder lernten spielerisch lesen und schreiben, sie erhielten warme Mahlzeiten und konnten beim Spielen und Toben, die furchtbaren Erlebnisse zumindest vorübergehend vergessen. Dem syrischen Regime gelingt es mittlerweile im Tal der Christen alle Kinder wieder regulär zu beschulen. Etwa die Hälfte der Kinder hat die Vorschule im Sommer verlassen und ist an reguläre Grundschulen gewechselt. Neue Kinder werden nicht mehr aufgenommen; nur die jüngsten bleiben voraussichtlich noch ein Jahr, bis auch sie die Grundschule besuchen können. Die jungen Erzieher und Lehrerinnen, die während des Krieges im Land geblieben sind, und gelernt haben wie man eine solche Einrichtung führt, finden an regulären Schulen und Kindergärten Arbeit. Ein wesentliches Ziel ist damit erreicht und somit auch das Ende für die reguläre - von Anfang an zeitlich begrenzte - Förderung des Vorschulprojekts durch die EMS.

Große Not im Flüchtlingslager Al-Marj

Andernorts geht die Syrienhilfe weiter: Zahlreiche syrische Familien sind vor dem Krieg und seinen Auswirkungen in den Libanon geflüchtet. Viele von ihnen leben im Flüchtlingslager Al-Marj in der Bekaa-Ebene unweit der Johann-Ludwig-Schneller Schule (JLSS). Eine Rückkehr in die Heimat ist meist aus politischen Gründen für Sie nicht möglich. Nach heftigen Regenfällen zu Beginn dieses Jahres standen ihre Zelte in kürzester Zeit unter Wasser oder wurden von Schlammmassen fortgespült. Die Leitung der JLSS half umgehend unter anderem mit neuen, solideren Zelten, Decken, Teppichen und sauberen Matratzen.

Seit mehreren Jahren gibt es an der JLSS für 40 Kinder aus dem Flüchtlingslager einen Schulplatz. Die Kinder sind gut in den Klassenverband integriert und erhalten neben Schulbildung und gesundem Essen auch psychologische Betreuung, um ihre traumatischen Erfahrungen aufzuarbeiten. Die Johann-Ludwig-Schneller Schule bietet alleinerziehenden syrischen Flüchtlingsmüttern Ausbildungskurse zur Schneiderin (sowie bis vor einiger Zeit auch zur Friseurin) an. Die Kurse sind ein voller Erfolg, viele Mütter haben nach ihrer Ausbildung bereits eine reguläre Arbeit gefunden, und können so für sich und ihre Kinder den Lebensunterhalt sichern.

Termine

28.09.19 , Ev. Akademie Bad Boll
Indien-Tagung Bad Boll

Die wahre Geschichte unserer Völker: Sprache - Widerstand - Perspektiven im internationalen Jahr (2019) für indigene Sprachen  mehr

15.10.19 , Schloss Unteröwisheim, Kraichtal
BMDZ Besinnungstage

Tage der Besinnung für alle, die sich für Mission und Ökumene einsetzen und interessieren mehr