13.05.19 | Aktuelles

„Ich möchte keinen Tag in Kamerun missen“

Martin Witmer, Theologe und Elektroingenieur, war für die BMDZ/Mission21 für vier Jahre in Kamerun. Dort betreute er die Technik des Krankenhauses der Partnerkirche in Manyemen und bildete junger Menschen zu Elektrikern aus.

Martin Witmer, Theologe und Elektroingenieur, war bei der Schweizer Bundesbahn zuständig für die Sparte Ausbildung von Mechatronikern und Elektronikern. Danach ging der nun 65-Jährige für BMDZ/Mission 21 nach Kamerun. Dort war er knapp vier Jahre zuständig für die Technik des Krankenhauses der Partnerkirche in Manyemen und die Ausbildung junger Elektriker. Wegen der kriegerischen Konflikte musste er vorzeitig seinen Arbeitsplatz verlassen. Jetzt wohnt er in Binningen bei Basel, kann sich aber gut vorstellen, wieder nach Afrika zurückzukehren. In der neusten Ausgabe der Nachrichten der Basler Mission (3/2019) interviewt ihn Sabine Eigel.

Welche Bilanz ziehen Sie?

Ich habe schnell erkannt, dass hiesige Ausbildungsmodelle für die jungen Menschen in Kamerun nicht verwendbar sind. Ihre Grundbildung dort besteht vor allem aus vorsagen, nachsagen, vormachen, nachmachen. Es wird im Klassenverband gelesen und 1x1 geübt. Die Lernenden übernehmen keine Eigenverantwortung und können nur nach Vorgaben arbeiten. Wissen anwenden, zu kombinieren, um ein Problem zu lösen, das ist schwierig für sie. Copy Paste funktioniert. Wir haben deshalb Methoden- und Eigenkompetenz trainiert, selbstständiges Denken und Arbeiten beigebracht.

Wenn es darum geht, im Alltag ein fehlendes Werkzeug zu ersetzen, da entwickeln die jungen Leute eine unglaubliche Kreativität. Aber bei elektronischen Geräten, wo man messen, Daten auslesen und aus den Ergebnissen eigene Schlüsse ziehen muss, das fällt vielen schwer.

Meine persönliche Bilanz ist sehr positiv. Ich möchte keinen Tag missen. Ich habe viel dazu gelernt und sehe kleine Erfolge. Jetzt können die Elektriker den Dieselgenerator so warten und bedienen, dass er funktioniert. In der Werkstatt ist klar, die passenden Werkzeuge sind da, die Verantwortungsbereiche aufgeteilt. Keiner muss mehr wegen jeder Schraube zum Chef.

Die größte Herausforderung war es, Materialien und Ersatzteile zu besorgen. Das musste ich mir auf dem Markt zusammensuchen. Es war sehr zeitintensiv, ein großer Lernprozess, und am Ende erfolgreich.

Das ganze Interview und weitere aktuelle Informationen über die Situation in Kamerun lesen Sie in der neusten Ausgabe der Nachrichten der Basler Mission 3/2019.

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