18.04.19 | Aktuelles, Drei Fragen an

Drei Fragen an...

Emmanuel Kwame Tettey war von 2012 bis 2018 Delegierter der PCG im Jugendnetzwerk der EMS.

Emmanuel Kwame Tettey engagiert sich für Ökumene. (Foto: EMS/Lohnes)

Emmanuel Kwame Tettey ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Centre for Christian-Muslim Engagement in Africa (CCMEA) des Akrofi-Christaller Institute of Theology, Mission and Culture. Darüber hinaus unterstützt er die Abteilung Ökumenische Beziehungen der Presbyterianischen Kirche von Ghana (PCG) bei konkreten Projekten.

Sie sind seit vielen Jahren Mitglied des Jugendnetzwerks der EMS. Was daran schätzen Sie rückblickend besonders?

Die EMS und das Jugendnetzwerk haben mir das Thema Ökumene überhaupt erst nahegebracht. Davor war mir gar nicht bewusst, welchen Stellenwert dieser Bereich in der Mission hat. Aber mittlerweile bedeutet er mir sehr viel. Durch das Jugendnetzwerk habe ich nicht nur viel Neues gelernt, sondern auch Freunde auf der ganzen Welt gefunden und Einblicke in die Kirche als Ganzes erhalten. Dafür bin ich sehr dankbar.

Das Jugendnetzwerk der EMS bietet meiner Meinung nach einen guten Einstieg für junge Menschen, die sich für Mission und Ökumene interessieren. So konnte ich mich aufgrund des Wissens und der Erfahrung, die ich durch das Jugendnetzwerk gesammelt habe, auch in anderen internationalen Gremien wie dem Ökumenischen Rat der Kirchen oder der Weltgemeinschaft der reformierten Kirchen engagieren. Bei der ökumenischen Arbeit in meiner eigenen Kirche, der Presbyterian Church of Ghana (PCG) kommt mir diese Erfahrung ebenfalls zugute.

Das Jugendnetzwerk der EMS hat vor etwa zwei Jahren ein gemeinsames Grundsatzdokument, die Youth Policy, verabschiedet. Haben sich die Erwartungen daran erfüllt?

Die Youth Policy der EMS ist kein Selbstzweck, sondern ein Mittel zum Zweck. Sie ist dazu gedacht, junge Menschen zunehmend in das Leben und die Aufgaben der EMS zu integrieren. Die Youth Policy dient uns dabei als Leitfaden. Der nächste Schritt besteht darin, über die Leitungsgremien der EMS sicherzustellen, dass die in der Youth Policy festgehaltenen Richtlinien in den jeweiligen Programmen und Projekten noch stärker berücksichtigt werden. Glücklicherweise gibt es in den vier thematischen Schwerpunkten der Richtlinie Checklisten mit Kriterien für deren Umsetzung. Mittels dieser Kriterien werden Fortschritte bei der Verwirklichung der Youth Policy ganz konkret sichtbar.

Was ist Ihrer Meinung nach die wichtigste Rolle des Jugendnetzwerks in der EMS-Gemeinschaft?

Das EMS-Jugendnetzwerk dient ehemaligen jugendlichen Freiwilligen seit vielen Jahren als Plattform, um den Kontakt zueinander aufrechtzuerhalten. Ich glaube jedoch, dass das Jugendnetzwerk darüber hinaus das Potenzial hat, den Kurs der EMS weiter voranzutreiben. Zum einen könnte das Jugendnetzwerk einen positiven Beitrag zum Internationalisierungsprozess der EMS leisten, indem es als Forum für die Verbindung bereits bestehender Jugendgruppen der EMS-Mitgliedskirchen fungiert. So würde es dazu beitragen, die EMS-Gemeinschaft noch weiter mit ihrer Basis zu vernetzen.

Zum anderen spielt das Jugendnetzwerk eine wichtige Rolle bei der Nachwuchsförderung. Die Zukunft jeder Organisation hängt von der Belastbarkeit ihrer Strukturen ab, vor allem aber auch davon, wie sie ihre jüngeren Mitglieder auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet.  Das Jugendnetzwerk ist ein strategisches Instrument zur Förderung des ökumenischen Lernens sowie der Kontinuität und des Fortschritts der EMS-Gemeinschaft über Generationen hinweg. Um das gesamte Potenzial des Jugendnetzwerks ausschöpfen zu können, müssen Anstrengungen und Ressourcen zur Stärkung der Gruppe und zur Umsetzung der Jugendpolitik eingesetzt werden.

Was erhoffen Sie sich für das Jugendnetzwerk in Bezug auf ihr Heimatland Ghana?

Wie in anderen Ländern steht das Jugendnetzwerk auch in Ghana vor gewissen Herausforderungen. Das liegt zum einen daran, dass es aktuell nur wenige jüngere ehemalige EMS-Freiwillige gibt, die sich für das Netzwerk engagieren könnten. Zum anderen wollen wir natürlich vermeiden, dass das EMS-Jugendnetzwerk als Konkurrenz zu der bestehenden Jugendorganisation der Presbyterianischen Kirche von Ghana gesehen wird.

Mir liegt es jedoch sehr am Herzen, das Netzwerk zu einer Bewegung und zu einem Instrument der Nachwuchsförderung zu machen. Unser Ziel ist es, junge Menschen dafür zu gewinnen, die nationale und globale Ökumene mit Leidenschaft und Exzellenz voranzubringen. Insbesondere da die EMS einer der wichtigsten multilateralen ökumenischen Partner der PCG ist.

Termine

28.09.19 , Ev. Akademie Bad Boll
Indien-Tagung Bad Boll

Die wahre Geschichte unserer Völker: Sprache - Widerstand - Perspektiven im internationalen Jahr (2019) für indigene Sprachen  mehr

15.10.19 , Schloss Unteröwisheim, Kraichtal
BMDZ Besinnungstage

Tage der Besinnung für alle, die sich für Mission und Ökumene einsetzen und interessieren mehr