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08.05.20 | Aktuelles, Corona

Corona-Krise in Indonesien – Grenzen des Machbaren

Solidarität. Weltweit. Leben. Miteinander gegen Corona

Freiwilige Helfer*innen der Christlich-Protestantische Kirche in Bali (GKPB).

Indonesien beklagt die meisten Corona-Toten in ganz Südostasien. Damit bleibt der Inselstaat das am stärksten betroffene Land in dieser Region. Die neun indonesischen Mitgliedskirchen der EMS kämpfen seit Beginn des Ausbruchs mit den Folgen der Pandemie. Was tun, wenn das gewohnte Leben nicht mehr stattfinden kann? Diese Frage beantworten die indonesischen Kirchen auf ihre eigene Art. Sie zeigen sich solidarisch mit ihren Mitmenschen, dem Krankenhaus- und Pflegepersonal, den Armen und Schwachen.

Die Toraja Kirche (GT) deckt seit Beginn der Pandemie ein breites Spektrum an Hilfsangeboten ab. Die Aktivitäten werden vom Krisenzentrum in Rantepao aus koordiniert, das nach dem Erdbeben in Zentral-Sulawesi 2018 eingerichtet wurde. Gemeindemitglieder nähen dort unermüdlich Gesichtsmasken und Schutzkleidung für die Krankenhäuser der Kirche und ihre Einsatzteams. Zahlreiche Kirchengemeinden verteilen Hilfspakete mit Nahrungsmitteln an die arbeitslos gewordenen Bus- und Taxifahrer*innen – an all diejenigen, die ihre Jobs wegen der Corona-Krise verloren haben. Mitarbeitende des Krisenstabes leisten seelsorgerische Hilfe und unterstützen Familien mit Kindern. Zu Hause bleiben zu müssen und sich nicht mit Freunden treffen zu können, ist für die Mädchen und Jungen ein schweres Los. Damit sie sich dennoch nicht alleine fühlen, bietet die Toraja-Kirche ihr Kinderprogramm jetzt online an.

Gemeindemitglieder der indonesischen Mitgliedskirchen nähen Gesichtsmasken und Schutzkleidung für die umliegenden medizinischen Einrichtungen.

Auch die Christlich-Protestantische Kirche in Bali (GKPB) tut alles dafür, die Menschen mit ihren Sorgen und Nöten nicht alleine zu lassen. Bischof I Nengah Suama der GKPB beschreibt eine dramatische Situation: „Der Tourismus auf Bali ist zusammengebrochen. 70 Prozent der Einwohner*innen Balis sind in diesem Sektor beschäftigt. Die Menschen sitzen ohne Arbeit zu Hause und die Vorräte gehen zu Ende.“ Auf Initiative der Kirche haben sich ehrenamtliche Mitglieder zusammengefunden und damit begonnen, Lebensmittel an Bedürftige zu verteilen. Auch Einkaufsdienste für ältere und besonders gefährdete Menschen hat die Kirche eingerichtet.

Übergabe einer großen Menge an Schutzkleidung, Masken, Desinfektionsmitteln und medizinischer Ausstattung durch ein Gemeindemitglied der Toraja Mamasa Kirche (GTM).

Seit dem 23. März gilt in Indonesien der Gesundheitsnotstand und die Bevölkerung ist aufgefordert, „soziale Distanzierung“ zu betreiben. Aus diesem Grund finden auch keine Gottesdienste statt. Bis zum Freitag wurden 12.776 Infektionen mit Sars-CoV-2 gemeldet. 930 Menschen starben. Die Dunkelziffer der Infizierten dürfte unter anderem aufgrund fehlender Tests noch weit höher liegen. Die indonesischen EMS-Mitgliedskirchen konzentrieren sich auf das Machbare, aber die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zehren an ihren finanziellen Ressourcen.

„Durch das Verbot von Gottesdiensten und das Ausbleiben der Kollekten bekommen wir zusehends Schwierigkeiten bei der Bezahlung der Pfarrgehälter“, sagt Pfarrer Demianus Ice, Präses der Evangelischen Kirche in Halmahera (GMIH).

Pfarrer Lambang Mandi Tandipare, Präses der Protestantisch-Indonesischen Kirche in Luwu (GPIL), erlebt die Situation ähnlich: „Die Gehaltszahlungen für unsere Pfarrer*innen mussten wir auf knapp 40 Prozent reduzieren, während die Kirchenleitenden momentan ganz auf ihr Gehalt verzichten. Neben der Unterstützung bei den Gehaltszahlungen brauchen wir dringend Hilfe bei der Versorgung der Menschen mit Dingen des täglichen Bedarfs, wie Reis, Nudeln und Hygieneartikeln.“

Atok Samarang, Pfarrer und Leiter der Christlichen Kirche von Südsulawesi (GKSS), richtet derweil einen eindringlichen Appell an die EMS-Gemeinschaft und berichtet von ländlichen Gemeinden, die „augenblicklich kaum mehr den eigenen Lebensunterhalt bestreiten können. Weil die Händler ausbleiben, können die Gemeinden ihre Ernte nicht verkaufen. Wichtige Einnahmen für landwirtschaftliche Produkte wie Kaffee und Kakao brechen einfach weg.“

Im Namen der indonesischen Mitgliedskirchen bitten wir Sie herzlich um Ihr Gebet und Ihre Spende für die Corona-Hilfsaktion der EMS. Wir tun alles dafür, dass Ihre Spenden zielgerichtet dort eingesetzt werden, wo die Not am größten ist.

Spendenkonto:
Evangelische Mission in Solidarität e.V.
Evangelische Bank
IBAN: DE85 5206 0410 0000 0001 24
Verwendungszweck: „Miteinander gegen Corona“

Termine

18.09.20 , Berliner Missionswerk, Georgenkirchstraße 70, 10249 Berlin
China – Ethik – Wirtschaft

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