08.07.20 | Aktuelles

Internationale Pressekonferenz der EYN Nigeria

Die Gewalt und Zerstörung der Terrormiliz Boko Haram hält weiter an und verursacht unsägliches Leid bei der Bevölkerung.

Trauernde Mutter eines entführten Mädchens. (Foto: Ebertshäuser/Ellmenreich)

Das zentrale Thema an der Pressekonferenz der EYN (Ekklesiyar Yan’uwa a Nigeria/ Church of the Brethren in Nigeria), Partnerkirche von Basler Mission Deutscher Zweig und Mission 21, war nicht etwa Covid-19, sondern Boko Haram. Die Gewalt und Zerstörung der Terrormiliz hält weiter an und verursacht unsägliches Leid bei der Bevölkerung. Die EYN hofft auf eine verstärkte Unterstützung durch die nigerianische Regierung, die UN und die African Union (UA).

Die EYN ist von allen Religionsgemeinschaften in Nigeria am stärksten von den Anschlägen und der Gewalt durch Boko Haram betroffen. Über 700‘000 Mitglieder mussten fliehen, 8‘370 Gemeindemitglieder und acht Pfarrer wurden getötet. Weiterhin werden Frauen und Mädchen während Angriffen entführt. 217 der 276 aus Chibok verschleppten Mädchen und Frauen waren Mitglieder der EYN. Noch immer befinden sich einige von ihnen in den Händen der Entführer. 300 der 586 Kirchgemeinden der EYN wurden niedergebrannt oder zerstört.

Interreligiöser Dialog

Die Liste mit den Namen der durch Boko Haram in Nordnigeria Getöteten, Verschleppten und Verschwundenen ist lang und schmerzlich anzuhören. Die EYN fordert die Regierung dazu auf, mehr für die Sicherheit der Bevölkerung zu tun und die Rückkehr von Vertriebenen in ihre Dörfer zu ermöglichen. Zudem soll im Religionsunterricht an öffentlichen Schulen auch die christliche Religionswissenschaft (Christian Religious Studies) miteinbezogen werden, dies wird in einigen nördlichen Regionen bislang nicht getan, denn die islamistische Terrorgruppe Boko Haram spaltet das Land und treibt einen Keil zwischen Muslime und Christen.

Engagement für den Frieden

Die EYN zählt mit der Gemeinschaft der Mennoniten und der Gesellschaft der Freunde (Quäker) zu den drei großen Friedenskirchen weltweit. Friedensförderung und interreligiöse Arbeit sind zentral für die Arbeit der EYN. Die Basler Mission – Deutscher Zweig (BMDZ) und Mission 21 unterstützen diese Arbeit in den Projekten vor Ort. Die BMDZ ist Mitglied in der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS).
Insgesamt zählt die EYN etwa 1.5 Millionen Mitglieder. 2023 wird für die EYN ein besonderes Jahr: Dann ist es 100 Jahre her, dass die Brethren Christian Missionaries aus den USA mit ihrer Arbeit die Grundlagen der EYN in Nordnigeria gelegt haben. Es ist zu hoffen, dass bis dahin die tausenden von vertriebenen Gemeindemitglieder wieder in ihre Dörfer zurückkehren können.

Text: Mission21/BMDZ

 

 

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