13.03.20 | Aktuelles

Drei Fragen an...

...die neue Direktorin des Tamilnadu Theological Seminary (TTS) in Indien, Pfarrerin Dr. Margret Kalaiselvi.

Pfarrerin Dr. Margret Kalaiselvi inmitten ihrer Vorstandskollegen des TTS (Foto: EMS).

Frau Kalaiselvi, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Ernennung! Möchten Sie sich unseren Lesern kurz vorstellen?

Danke für Ihre guten Wünsche. Ich bin ordinierte Pfarrerin der Kirche von Südindien (CSI) und nun auch Direktorin dieser renommierten theologischen Einrichtung. Das TTS ist eine ökumenische Hochschule in der Tempelstadt Madurai. Sie bietet theologische Aus- und Weiterbildung für Frauen und Männer verschiedener Hintergründe, sowohl für Laien als auch für Pfarrerinnen und Pfarrer. Meine eigenen Schwerpunkte sind Kommunikative Theologie und Gender Studies.

Wie würden sie das Profil des TTS als theologische Hochschule beschreiben – und was sind Ihre Pläne für die Zukunft der Institution?

Das TTS konzentriert sich auf drei Ausbildungsbereiche: Pfarrausbildung, Persönlichkeitsbildung und Theologie. Diese drei bilden das Fundament unseres christlichen Weges. Die theologischen Beiträge, die die 50-jährige Geschichte unserer Hochschule geprägt haben, haben unseren Einsatz für ein Wachstum im Glauben verstärkt und die Solidarität mit den Unterdrückten immer größer werden lassen. Unsere Lehrmethode für die Studierenden ist die kontextuelle Theologie: wir setzen unseren theologischen und gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht immer in Beziehung zum Leben der Menschen, in deren Mitte wir leben.

Ich werde daran arbeiten, die weiblichen Fakultätsmitglieder zu ermutigen und theologische Aus- und Weiterbildung für Frauen als entscheidenden Schritt für die Weiterentwicklung der ganzen Institution vorantreiben. Darüber hinaus werde ich die anderen Prioritäten des TTS weiter voranbringen, zum Beispiel die Weiterentwicklung der Fakultät, den Aufstieg derer, die am Rande der Gesellschaft leben und den ökologisch nachhaltigen Campus.

Sie sind die erste Frau, die diese Position am TTS innehat. Ihre Ernennung muss auf andere Frauen sehr ermutigend wirken. Was bedeutet sie Ihnen?

Es hat 50 Jahre gedauert, bis die Position von Frauen im College ganz anerkannt wurde und es ist noch bedeutsamer, dass dies im Jubiläumsjahr des TTS geschah! Ich hoffe, dass sich in den folgenden Jahren für die Frauen am TTS viele solche Gelegenheiten ergeben werden. Ich werde sicherstellen, dass andere Frauen an der Führung teilhaben können, indem sie an Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Ich schätze mich glücklich und fühle mich geehrt, die Leiterin einer Hochschule zu sein, die von Beginn an Frauen in jedem Bereich fördern wollte und wir werden auch weiterhin Studentinnen und weibliche Fakultätsmitglieder ermutigen. Es ist eine Herausforderung für mich, die Kirchen zu der Einsicht zu bewegen, dass sie mehr Frauen für das Theologiestudium vorschlagen sollten. Sie sollten die Existenz von Frauen sowie deren Beiträge anerkennen und respektieren.

Vielen Dank für das Interview!

Ich danke Ihnen.

Termine

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