18.01.21 | Aktuelles

Zum Tod von Pdt. Dr. Ishak Pamumbu Lambé

„Ihr aber lasst’s euch nicht verdrießen, Gutes zu tun“

Am 31. Dezember 2020 ist der langjährige Präsident der Torajakirche und ehemalige Vorsitzende des Indonesischen Kirchenrates (PGI) Pdt. (d.h. Pendeta, Pfarrer) Dr. Ishak Pamumbu Lambé im Elim Rantepao Hospital in Toraja unerwartet gestorben. Wegen Covid zog er die schwer zugänglichen Berge Südsulawesis seiner Wahlheimat Cibubur bei Jakarta vor – an Covid erkrankte und starb er.

Dr. Ishak Pamumbu Lambé formulierte stets langsam und gut überlegt. So auch seine letzte Predigt in Deutschland, die er während des Kaiserslauterer Universitätsgottesdienst am ersten Advent 2019 in der Friedenskirche im Uniwohngebiet hielt.

Ishak Lambé, Pfarrer i.R. und Senator a.D., besuchte gern und oft die pfälzische Universitätsstadt sowie die Landeskirche zwischen Rhein und Saar. Er organisierte noch im Ruhestand Begegnungsprogramme von Studierenden aus Indonesien und Deutschland in Absprache mit der Torajakirche, der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) und der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS). In der Pfalz hatte er Freunde und Freundinnen gefunden, seit Studientagen den späteren Studierendenpfarrer Eckart Stief, den ehemaligen Dekan und Landvolkpfarrer Dr. h.c. Rudi Job, den Landauer Ökumenereferenten Jürgen Dunst.

Für die EMS spielte Ishak Lambé gerade in den ersten Jahren des internationalen Missionsrates seit 1995, damals noch Kirchenpräsident der Torajakirche, eine wichtige Rolle. Er war einer der profilierten Vertreter der damals begonnenen inhaltlichen und institutionellen Internationalisierung. Wegweisend war die Einladung zum Missionsrat in Rantepao 1998, zur ersten Missionsrats-Tagung außerhalb Europas, die durch ihren inhaltlich-programmatischen Schwerpunkt ein Meilenstein der Internationalisierung wurde: die Überwindung des bilateralen Miteinanders hin zur Wechselseitigkeit aller Aktivitäten, die Erarbeitung eines „Gemeinsamen Zeugnisses“, das Teilen finanzieller Mittel, gelebte Solidarität – Kernaufgaben der Gemeinschaft, die auf Wechselseitigkeit beruhen.

Bis zu seinem Tod hat der Ruheständler mit großem Einsatz den Vorsitz der Indonesischen Bibelgesellschaft (IBS) wahrgenommen. Im Mai 2016 pflanzte er in deren Auftrag eine Silberlinde im Luthergarten in Wittenberg – ein ökumenischer Beitrag zum Lutherjahr 2017.

„Ihr aber lasst’s euch nicht verdrießen, Gutes zu tun. – Dan kamu, saudara-saudara, janganlah jemu-jemu berbuat apa yang baik.“ Thema seiner Predigt war die paulinische Ermahnung aus dem 2. Thessalonicherbrief (V. 3,13). Ein Satz, der kennzeichnend für sein Denken und Handeln, für seinen Glauben ist. Worte wie ein Vermächtnis.

Mit 32 Jahren kam der 1946 im Torajahochland auf Sulawesi geborene Theologe zum Promotionsstudium an die Johannes-Gutenberg-Universität nach Mainz. Sein akademischer Lehrer und Doktorvater, der Alttestamentler Christoph Barth, der selbst lange Zeit in Indonesien lehrte, wurde zu seinem Förderer.

Das Alte Testament war sein Fachgebiet, Studierenden half er beim Hebräisch-Studium. Das Zusammenwachsen der 12 Stämme in Israels vorstaatlicher Zeit verglich er mit dem schwierigen Prozess der indonesischen Staatswerdung vor und nach 1945. Sein Weg führte nicht in die akademische Welt. Bewusst entschied er sich nach der Rückkehr nach Indonesien für den pastoralen Dienst und kirchenleitende Funktionen. Schließlich wurde er als Vertreter Südsulawesis in die Dewan Perwakilan Daerah (DPD) gewählt, einer im Rahmen der Dezentralisierungspolitik neu geschaffenen 2. Kammer des Parlaments in Jakarta.

„Die Lebenszeit auf der Welt ist die Gelegenheit, Gutes zu tun“, sagte er in seiner letzten deutschen Predigt, „Gutes zu tun in der Bedeutung, dass das Leben in der diesseitigen Welt die Gelegenheit ist zu zeigen, dass wir unterwegs sind zu der ewigen Lebenszeit mit Gott in Jesus Christus. Gutes zu tun bedeutet, dass wir unser diesseitiges Leben in die Ewigkeitsdimension umsetzen. Wir leben nicht für ewig hier in der diesseitigen Welt.“

Ishak Pamumbu Lambé hat seine Lebenszeit genutzt, um Gutes zu tun. Weggefährt*innen und Kolleg*innen in Indonesien und in Deutschland werden sich daran erinnern. Er war getragen von dem Glauben, dass auch er unterwegs ist zur ewigen Lebenszeit mit Gott.

Eckart Stief (Kaiserslautern), Bernhard Dinkelaker (Filderstadt), Dieter Heidtmann und Hans Heinrich (EMS)

Termine

04.06.21 , Rupertistr. 67, 22609 Hamburg
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