22.03.21 | Aktuelles

„Wenigstens zuhören können wir“

Das Schneller-Magazin richtet den Blick auf Armenien

24 Seiten hat das Schneller-Magazin dem Thema Armenien gewidmet. So viel Platz hat noch kein anderer Schwerpunkt zuvor gehabt. Dabei gehört Armenien nicht einmal zum Nahen Osten, der Region, über die das Schneller-Magazin in der Regel berichtet. Der Krieg zwischen Armenien und Aserbeidschan im vergangenen Jahr hat uns aber ins Nachdenken gebracht. Viele unserer Partner und Freunde im Nahen Osten haben armenische Wurzeln. Ihre Vorfahren haben den Genozid von 1915 überlebt und hatten in Syrien und im Libanon eine neue Heimat gefunden. Der Krieg hat auch bei ihnen alte Wunden aufgerissen. Wir wollten verstehen, warum der Verlust eines vergleichsweise kleinen Stückchen Lands ein ganzes Volk in kollektive Verzweiflung stürzt.

In dieser Ausgabe schreiben Armenierinnen und Armenier aus Deutschland, Dubai, Jerusalem, Iran, Libanon, Syrien, der Türkei und natürlich aus Armenien selbst, was armenische Identität heute bedeutet. Klar wird dabei, dass das kollektive Trauma, als Volk ausgelöscht zu werden, nach wie vor sehr präsent ist. Und deutlich wird auch, dass Menschen, die keine armenischen Wurzeln haben, dies nicht bis in seine Tiefe ermessen können.

Was wir aber können, ist zuhören. Wer hinhört, wird erschüttert sein darüber, wie wenig wir über die armenische Geschichte wissen. Zuhören ist das Mindeste, was wir unseren armenischen Geschwistern schuldig sind. Erst dann bekommen wir eine Ahnung davon, was der Krieg für sie bedeutet. Und dann können wir vielleicht auch gemeinsam trauern um das, was auf beiden Seiten verloren gegangen ist.

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