24.03.21 | Aktuelles

„Wenn Lernen zu etwas Besonderem wird – Bildung in schwierigen Zeiten“

EMS Einblick, das neue Magazin der EMS

Corona macht Lernen zu einer Herausforderung. (Foto: Sriyanto Alwina Handayani)

Die neunjährige Saeron in Südkorea will endlich wieder mit ihren Freund*innen auf dem Schulhof Ball spielen. Der 17jährige Yudha in Indonesien klettert mit seinem Smartphone auf einen Berg, weil es da Internet-Empfang gibt, nicht aber in seinem Dorf im Tal. Die Schreinerlehrlinge an der Johann-Ludwig-Schneller-Schule (JLSS) im Libanon haben zwar von der Schule ein einfaches Tablet bekommen, aber praktische Fertigkeiten wie das Abschleifen eines Tisches lassen sich damit nicht vermitteln.

Rund 1,5 Milliarden Kinder weltweit konnten auf dem Höhepunkt der Lockdowns während der Corona-Pandemie nicht zur Schule gehen, mindestens 168 Millionen von ihnen haben seit März 2020 überhaupt keinen Unterricht mehr erhalten (UNICEF, März 2021). Und auch die Kinder und Jugendlichen, die in irgendeiner Form in dieser Zeit Unterricht hatten, haben große Lücken: Weil es keinen Zugang zum Internet gibt, sie sich Smartphones oder Computer mit anderen Kindern teilen müssen, oder einfach, weil sie keine zuverlässige Stromversorgung haben.

Lernen in Corona-Zeiten bedeutet aber auch, Lehrer*innen und Freund*innen nicht zu sehen. Es bedeutet, keine Schulmahlzeit zu erhalten – für Kinder aus sehr armen Familien manchmal die einzige zuverlässige Mahlzeit am Tag. Kinder sind zunehmend Gewalt in den Familien und im nächsten Umfeld ausgesetzt, weil der Schutzraum Schule wegfällt. Für viele Kinder ist mit dem langen Unterrichtsausfall die Schulzeit beendet, sie müssen arbeiten und ihre Familien unterstützen, weil Vater oder Mutter die Arbeit verloren haben. Sie werden wohl keinen Abschluss machen und lebenslang schlechtere Chancen haben.

Ein internationales Redaktionsteam hat das Thema „Wenn Lernen zu etwas Besonderem wird – Bildung in schwierigen Zeiten“ für den ersten EMS Einblick festgelegt und Reportagen und Berichte dazu beigetragen. Auf 16 Seiten können Sie mehr über die Kinder und Jugendlichen erfahren, die den erschreckenden Zahlen Gesichter geben – aber auch über vieles andere, was uns in dieser Zeit in der EMS beschäftigt.

Das neue Magazin der EMS wird in der kommenden Woche verschickt. Ab Ostern steht es auch zum Download in deutscher und englischer Sprache auf unserer Website bereit.

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