01.10.19 | Aktuelles

Kirchen gegen Rassismus. Herausforderungen an die Partnerschaftsarbeit.

Workshop bei der Konferenz Afrika-Diskurs VII „Afrika Neu Denken – Das Original“

Die Teilnehmer*innen der Themengruppe. (Foto: EMS/Plapp)

Vom 27. bis 28. September 2019 fand zum siebten Mal die Konferenz „Afrika Neu Denken“ statt. Zum Schwerpunktthema „Komplizierte Beziehungen – Afrika und Europa 25 Jahre nach Ende der politischen Apartheid“ kamen knapp 100 interessierte Personen am Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt a.M. zusammen.

Eine Reihe Referent*innen aus Deutschland und Südafrika hielten Vorträge zu Aspekten der Dekolonisierung, Dehumanisierung, usw. und diskutierten im Podium über Rassismus und Rechtsnationalismus in Afrika und Europa. Im Anschluss fanden Workshops zur Vertiefung verschiedener Unterthemen in Kleingruppen statt.

Neun Teilnehmer aus unterschiedlichen Herkunftsländern und Interessengebieten sprachen über herausragende Aktionen der Kirchen gegen Rassismus. Vor 50 Jahren hat der Ökumenische Rat der Kirchen das Programm zur Bekämpfung von Rassismus (PCR) verabschiedet. In der Umsetzung handelten die Mitgliedskirchen sehr unterschiedlich, sodass die Einheit der Kirche, sowohl innerhalb Deutschlands als auch weltweit als gefährdet gesehen wurde. Allerdings konnte das PCR 25 Jahre später, nach der Befreiung der Länder im südlichen Afrika, erfolgreich abgeschlossen werden.

Angesichts der heutigen Lage, in der Rassismus wieder verstärkt wahrgenommen wird, kam in der Gruppe die Frage auf, ob ein ähnliches Programm von den Kirchen entwickelt werden müsste.

Ein weiterer Gesprächspunkt betraf aktuelle Herausforderungen an die Partnerschaftsarbeit. Beziehungen zwischen „Partnern“ in meist unterschiedlichen hierarchischen Ebenen finden nicht auf Augenhöhe statt; einer hat immer mehr Ressourcen / Kenntnisse, als der andere; einer sieht sich bedürftig, der andere in der Helferrolle. In Deutschland ist das Bild von Afrika immer noch durch die Medien vom Kolonialismus geprägt, sodass solche Strukturen selten hinterfragt werden. Folglich bedarf es einer „Politisierung der Partnerschaften“, einer kritischen Hinterfragung der Machtstrukturen, um die Solidarität zwischen Kirchen in Afrika und Europa zu ermöglichen.

Die heterogene Zusammensetzung der Workshop-Gruppe bot eine einmalige Gelegenheit, diese Themen aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Zum Abschluss wurden die wichtigsten Lichtblicke aus den Workshops im Plenum zusammengetragen.

Termine

02.11.19 , Tagungsraum der EMS, Vogelsangstraße 66a, 70197 Stuttgart
Ehemaligentreffen Nahost

Der Evangelische Verein für die Schneller Schulen lädt alle ehemaligen Freiwilligen zu einem Abend der Begegnung ein.  mehr

10.11.19 , Paulinenpflege, Ringstraße 108, 71364 Winnenden
Spiritualität und Religionen in der Entwicklungspolitik

Vortrag und Podiumsdiskussion mehr